Viele Studierende halten von dieser Reform wenig. Vor zehn Jahren wurde an den ersten deutschen Universitäten und Hochschulen auf das Bachelor/Master-System umgestellt. Bildungsministerin Annette Schavan bezeichnet diese Reform als "Beispiel für eine europäische Erfolgsgeschichte".

Doch Horst Hippler kritisiert die sogenannte Bologna-Studienreform. Hippler ist seit Mai Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Er sagte der "Süddeutschen Zeitung", dass viele Ziele der Studienreform nicht erreicht worden seien. Studierende könnten beispielsweise seither nicht leichter im Ausland studieren.

Studierende.
Bildquelle: Getty Images

Nur jeder fünfte deutsche Studierende gehe für wenigstens ein Semester ins Ausland, meint Hippler. Durch das Punktesystem bei Bachelor und Master sollten Studien-Leistungen international vergleichbar und ein Auslandssemester damit vereinfacht werden.

Doch viele Studierende hätten oft Probleme ihre Studien-Leistungen anerkannt zu bekommen, meint der Experte. Zudem erschwere der straffe Zeitplan von nur sechs Bachelor-Semestern die Mobilität und ein Auslandsstudium.

Studierende möglichst schnell zum Abschluss zu führen, sei ein falsches Anliegen, das durch die Bologna-Reform verfolgt werde. "Jugendwahn" sei in diesem Fall nicht gut. Denn Unternehmen bräuchten (gereifte) Persönlichkeiten und nicht nur einfach Absolventen.