Das Online-Netzwerk SchülerVZ baut schon seit mehreren Monaten um. Mit seinem Relaunch will es die Schüler wieder zu sich ziehen, die in den Weiten des Facebook-Imperiums verschwunden sind. Mit einer neuen Funktion für eben diesen Zweck handelte sich das Netzwerk allerdings großen Ärger ein. Im "VZ-Pausenhof" konnte man seine Mitschüler nämlich einteilen in "Top" oder "Flop".

Kritiker sahen darin eine Aufforderung zum Cyber-Mobbing und der Ansturm auf SchülerVZ begann. Die Buttons, mit denen die Schüler sich gegenseitig bewerten können, ähneln dem "Like"-Button auf Facebook. Nur, dass man eben auch "disliken" kann. Daumen runter für andere Schüler? In Blogs wurde die neue Funktion scharf kritisiert und Eltern wollten ihre Kinder nicht mehr in SchülerVZ wissen.

Mobbing oder harmloses Spiel?

Die Betreiber des Schüler-Netzes schmetterten die Kritik zuerst allerdings ab. Die Anwendung sei nämlich so aufgebaut, dass nur Mitglieder bewertet werden können, die selbst Mitglied im "VZ-Pausenhof" sind. Wer das nicht möchte, muss ja nicht. Außerdem gäbe es eine Ignorier-Funktion, mit der man dann seine potenziellen "Schulhof-Feinde" einfach ignorieren könne.

Tobias Scheiba, der Marketing-Chef der VZ Netzwerke, erklärt in der Süddeutschen Zeitung, dass man sich am "Hot or not"-Spiel orientiert habe. Die Zahl der negativen Bewertungen, also der "Flops", werde nirgends angezeigt und man kann sie auch nicht über Umwege herausfinden.

Button nach nur zwei Wochen entfernt

Dennoch wurde der angeblich ungefährliche Button nach nur zwei Wochen wieder entfernt. Einen Imageschaden hat das VZ-Netzwerk dadurch aber behalten. Viele Eltern werden ihre Kinder wohl nicht mehr auf die Plattform lassen, die sich für viele fast zu einer offiziellen Mobbingplattform degradiert hat.

Ob die Vorwürfe gegenüber den Betreibern der Plattform oder der Plattform selbst gerechtfertigt sind, muss jeder selbst wissen. Einen Flop-Button wird es im Netz aber so schnell wahrscheinlich auf keiner Plattform mehr geben.