Im PISA-Ranking sind die Schüler aus Südkorea regelmäßig ganz weit oben. Doch die fleißigsten Schüler der Welt sind auch die unglücklichsten.

In ihrem letzten Schuljahr lernen sie bis zu 16 Stunden am Tag. Auch am Wochenende büffeln sie bis tief in die Nacht, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Das südkoreanische Bildungssystem verlangt besonders Abiturienten außergewöhnlich viel ab.

Dafür werden am Tag der Abiturprüfung aber auch einige Regeln für die Schüler eingeführt beziehungsweise außer Kraft gesetzt. Beispielsweise dürfen Schüler, die befürchten, zu spät zur Abschlussprüfung zu kommen, eine Polizeistreife rufen. Die fährt sie dann mit Blaulicht in die Schule.

Außerdem dürfen Berufstätige am Tag des nationalen Abiturs eine Stunde später zur Arbeit gehen – damit sie die Straßen für die Abiturienten nicht blockieren. Zu bestimmten Prüfungszeiten dürfen Flugzeuge in Südkorea nicht starten – um die Abiturienten nicht zu stören.

Das zentrale Abitur besteht vor allem aus Multiple-Choice-Fragen, die sich eine Kommission in wochenlanger geheimer Arbeit ausgedacht hat. Mehrere Abi-Prüfungen finden an einem Tag hintereinander statt.

Schüler in Südkorea pauken jeden Tag bis zu 16 Stunden.
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Für diesen ganz besonderen Tag in ihrem Leben müssen die Schüler monatelang hart arbeiten. Ein typischer Tag für südkoreanische Schüler sieht dann wie folgt aus: Unterricht von Montag bis Samstag von acht Uhr früh bis vier Uhr nachmittags. Danach drei Stunden lernen im Lesesaal. Dann eine Stunde Abendessen. Und dann noch einmal bis zwei Uhr nachts in den Lesesaal. Urlaub und Wochenende sind die totale Ausnahme.

Viele Schüler gehen zusätzlich an private Institute, wo ihnen Nachhilfelehrer den Schulstoff immer wieder einbläuen. Denn fast jeder braucht ein Super-Abi, um an guten Universitäten studieren zu dürfen.

Und 95 Prozent der südkoreanischen Schüler wollen das. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor einigen Jahren ermittelt, dass der sonstige OECD-Schnitt bei circa 50 Prozent liegt.

Die Studiengebühren in Südkorea kosten bis zu 6000 Euro pro Semester. Der Mindestlohn liegt bei knapp drei Euro. Doch die Eltern investieren in die Bildung ihrer Kinder. Zudem beten sie am Prüfungstag in den vielen buddhistischen Tempeln für ein perfektes Abitur ihrer Sprösslinge. Denn ihre Kinder sollen den wirtschaftlichen Fortschritt ihres Landes weiter vorantreiben.

In Südkorea herrscht unter Schülern und Studenten eine starke Hierarchie. Ältere haben das Sagen und die Jüngeren gehorchen. Kreatives und kritisches Denken wird meist gehemmt. Reines Auswendiglernen und Gruppenunterordnung werden hingegen gefördert. Es gibt sogar noch die Prügelstrafe an den Schulen. Viele Schüler und Studenten sind unglücklich, manche nehmen sich sogar das Leben.

Zwischen Abitur und Uni ein Jahr zur Selbstfindung einzulegen, ist in Südkorea kaum denkbar. Denn dann verliert man den Anschluss zu den anderen Bewerbern. Nach dem Uni-Abschluss geht der Konkurrenz-Kampf weiter. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Gute Jobs sind schwer zu bekommen.