Nicht immer kommen neue Lehrmethoden gut bei Schülern und ihren Eltern an. In einer katholischen Privatschule in Frankreich eskalierte schließlich die Situation und die Eltern griffen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Durch einen neuen Junglehrer an der katholischen Privatschule Notre-Dame de Caderot herrschten chaotische Zustände im Unterricht: Weinende Kinder, totaler Lärm und Kinder, die plötzlich Angst davor hatten, in die Schule zu gehen. Der neue Lehrer schaffte es scheinbar nicht, die Klassen zu disziplinieren.

Weil sie die Situation ändern wollten, griffen fünfzehn Eltern zur Selbstjustiz: Letzten Dienstag nahmen sie kurzerhand zwei Lehrerinnen und eine der Schulleiterinnen gefangen und hielten sie als Geiseln fest. Die Forderung war eindeutig: Der neue Lehrer muss weg!

Schulrektorat entlässt Lehrer

Eine Nacht und einen halben Tag hielten die erbosten Eltern die Lehrerinnen, die Schulleitung und noch zwei andere Angestellte fest, bevor sie die Gefangenen freiließen. Das Rektorat hatte nämlich schriftlich zugesichert, dass der umstrittene Lehrer entlassen werde. Damit war die Geiselnahme erfolgreich und es bestand kein Grund mehr, sie weiter fortzusetzen.

Zwar fiel die Geiselnahme human aus, mit Essen und einem halbwegs bequemen Schlaflager, aber Geisel bleibt Geisel. Die Schule in Marseille blieb den Mittwoch über geschlossen und als besetzt gekennzeichnet. Am Donnerstag wurde allerdings schon ein Vertretungslehrer eingesetzt.

Der Erziehungsminister Luc Chatel gab an, dass der Fall des Lehrers geprüft werden würde. Dennoch müsse es andere Wege und Mittel geben. Lehrer und Schulleitung als Geisel zu halten, sie nicht besonders vorbildhaft, auch wenn es in diesem Fall funktioniert hatte.