Staatlich bindende Bildungsempfehlungen - Entmündigung der Eltern

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@Elternteil
von tonyukuk (Eltern), 02. Jul 08:34
Sind türkische Kinder dümmer? Das hätten wohl viele gerne! Nein keineswegs! Auch wenn viele das mit den Genen und der Kultur erklären möchten. Ein Gedankengut, dass leider in Deutschland allgegenwärtig ist, aber trotzdem tabuisiert wird, weil es einen politisch inkorrekten Beigeschmack hat.

Es hat einen weiteren, praktischeren Grund. Man möchte die bildungsfernen Familien solange wie möglich, auch bildungsfern behalten. Das dreigliedrige Schulsystem wird dafür misbraucht um Kinder von bildungsfernen Familien vom Leib zu halten und unnötige Konkurrenz auszuschalten. Somit wird ein riesiges Potenzial an menschlichem Kapital verschwendet um die Ängste einer Elite zu mindern. Die wiederum soviel Einfluss in der Politik haben um die Parteien an die Macht zu bringen, die diese Ängste schüren und davon leben.

Das ganze hat nur einen Haken, nämlich die demographische Entwicklung. Immer mehr arbeitslose Jugendliche ohne Beruf und Perspektive, die dem Steuerzahler auf der Tasche liegen und betuchte Rentner mit hohen Renten, aber ohne Nachwuchs. Das passt irgenwie nicht zusammen oder doch!
Um auf das Thema wieder zurückzukommen: Der bayrische Kultusminister hat bekanntgegeben, dass die Hauptschulen in Mittelschulen verwandelt werden. Folgendes ist beschlossen:
1.Die berufliche Orientierung wird verstärkt und die Schüler werden intensiver auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Dazu dient auch die institutionelle Kooperation mit Berufsschule, Wirtschaft und Agentur für Arbeit.

2.Der mittlere Bildungsabschluss wird an das Niveau der Wirtschafts- und Realschule herangeführt und vergleichbar.

3.Schüler werden deshalb innerhalb des Klassenverbandes bereits ab der 5. Klasse in den Hauptfächern differenziert und zusätzlich gefördert - auch mit Blick auf einen späteren mittleren Bildungsabschluss. Der Klassenlehrer bekommt dabei eine Schlüsselrolle.

4.Darüber hinaus soll jede Mittelschule den Schülern ein Ganztagsangebot unterbreiten.


Also in der Hauptschule soll noch einmal ab der 5.Klasse differenziert werden. Von wem? VOM KLASSENLEHRER!! Ich frage welche Elternverbände es sind, die der Kultusminister zur Rate gezogen hat?


Die Folgen: Verschwendung von Humankapital
von Elternteil (Eltern), 29. Jun 14:40
http://de.wikipedia.org/wiki/Abiturientenquote_und_Studienanf%C3%A4ngerquote

Sind die Kinder in Finnland, Schweden etc. intelligenter als die Deutschen oder z.B. bayerische Kinder dümmer als Kinder aus Nordrhein-Westfalen?

Wohl kaum!
Es gibt mehrere Gründe
von tonyukuk (Eltern), 27. Jun 09:40
Danke für Ihre Zustimmung!

Es gibt mehrere Gründe warum die Politik versagt.

1.Es ist eine Art Betriebsblindheit. Sie kennen es nicht anders und wollen sich auch nicht belehren lassen. Wir brauchen mehr Querdenker auch in der Bildungspolitik, die über den Tellerrand hinausschauen können.
2. Der fehlende Mut um Änderungen herbeizuführen. Wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Auch in der Politik gilt der Leitsatz: Wer die gleichen Fehler macht ist dumm. Wer aus seinen Fehlern lernt und sie nicht wiederholt ist ein Profi. Wer keine Fehler macht ist einfach feige und faul.
3. Politik funktioniert nur, wenn alle sich beteiligen. Aber die Realität in Deutschland sieht so aus, dass eine große, ständig wachsende Bevölkerungsgruppe, nämlich die Migranteneltern aus der Politik herausgehalten werden. Damit geben sie ein ideales Ziel als Sündenbock ab. Die ohne hin entpolitisierte Bevölkerung hat keine Chance gegen die Interessenverbände der Lehrer und einiger weniger Eltern der Oberschicht, die sich politisch engagieren. Wir haben eine zufriedene Minderheit, die vermeintlich meint aus der Situation zu profitieren. Aber das ist so kurzsichtig, weil man am eigenen Ast sägt und die Probleme in der Zukunft auch irgendwann sie erreichen werden.
@ tonyukuk
von Nie-Auslernerin (Eltern), 26. Jun 20:00
Ich gebe Ihnen durchweg Recht.
Obwohl Astra in einem Punkt durchaus nachdenklich macht: wie ist es möglich, dass ausgerechnet Leute, die es aus der Praxis kennen, solchen Quark produzieren, wie in der Schulpolitik?
Ich kenne keine einzige Lehrkraft in NRW, die beim Namen Sommer nicht die Augen verdreht - egal, ob noch aktiv oder schon im (Vor)Ruhestand. In den anderen Bundesländern wird es ähnlich sein. Woran liegt das nur?
Grüße

Nie-Auslernerin
RE
von astra150 (Eltern), 25. Jun 18:39
Hallo,

Zitat: „Astra, man kann nicht die Politik auf eine Berufsgruppe zuschreiben, schließlich werden sie von allen Bürgern mit Wahlrecht gewählt.“

Bis dahin stimmt ja alles.

Zitat: „Viele Lehrer sind genauso Eltern und weder Eltern noch Lehrer sind mit der Situation zufrieden.“
Kann ich nur zustimmen.

Das Problem ist aber der hohe Anteil von Lehrkräften Parteiübergreifend.

Andere Berufsgruppen sind im Schulausschuss ware Exoten.

Es wäre schön, wenn die Lehrkräfte an den Schulen ihren eigenen Unmut über ihre Gewerkschaft und Lobbyisten mal nach oben bringen würde.

Es waren übrigens Lehrkräfte, die uns die Mengenlehre und den Lessifaire Erziehung gebracht haben. Kein Arbeiter oder Unternehmer wäre je auf die Idee gekommen.
Flauer Power und 68 haben uns dieses Situation geschert. Leider ist diese Generation heute, nicht nur in der Schule in der Führungsposition. Die Wirtschaft fängt an, diese Problem zu lösen. In der Schule ist es nicht machbar, da die Personen Beamte sind.

Gruß Astra



astra
von tonyukuk (Eltern), 25. Jun 16:11
Astra, man kann nicht die Politik auf eine Berufsgruppe zuschreiben, schließlich werden sie von allen Bürgern mit Wahlrecht gewählt. Viele Lehrer sind genauso Eltern und weder Eltern noch Lehrer sind mit der Situation zufrieden.

Nur jede Gruppe sucht nach Sündenböcken. Die Lehrer beschuldigen die Eltern und umgekehrt. Anstatt gemeinsam an einer wirklichen Schulreform zu arbeiten.
RE
von astra150 (Eltern), 25. Jun 15:04
Hallo,

Zitat: „Lehrer, Eltern und Schüler sind nicht die Verantwortlichen, aber die Opfer einer falschen Bildungspolitik und sollten unbedingt zusammenarbeiten um in der Politik etwas zu ändern.“

Leider ist hier schon der falsche Ansatz.

Mach die mal die Mühe und schau mal nach welche Berufe die Politiker haben, die für die Schulpolitik zuständig sind.
Ups, da steht ja bei fast allen Studienrad, Oberstudienrad, Schulleiter usw. bei der Berufsbezeichnung oder im Lebenslauf.
Die meisten Lehrkräfte sind nämlich der Meinung, das nur die Lehrkräfte Ahnung von Schulpolitik haben

Daher verdanken wir diese zustände Lehrkräften.


Astra
Schulreform
von tonyukuk (Eltern), 25. Jun 12:08
Das ist mein erster Beitrag in diesem Forum, deshalb bitte ich um Entschuldigung, falls ich etwas wiederhole oder falsches schreibe.

Lehrer, Eltern und Schüler sind nicht die Verantwortlichen, aber die Opfer einer falschen Bildungspolitik und sollten unbedingt zusammenarbeiten um in der Politik etwas zu ändern.

1.) Im Zeitalter der Globalisierung ist es erforderlich ein einheitliches Schulsystem zu haben. Jedes Bundesland hat verschiedene Abschlüsse, Übertrittsregelungen, Prüfungen und Lehrpläne, daß auch noch ständig im Wandel ist. Eine Vereinheitlichung der Schulen, Abschlüsse und Prüfungen zwischen den Bundesländern wird für mehr Transparenz und Gerechtigkeit sorgen.

2.)Warum sind ausschließlich die Fächer Mathe und Deutsch (und HSU in Bayern) maßgebend für eine weiterführende Schule? Ist Sport, Musik, Werken, Kunst etc. weniger Wichtig für die spätere Berufsorientierung? Es sollte hier ein Umdenken stattfinden. Nicht alle Berufe benötigen alle Begabungen.

3.)Warum bestimmen die schlechten Noten die Schulwahl? Können nicht die guten Noten in allen Fächern (Sport, Musik, Kunst, Werken, Ethik, Religion, Deutsch, Mathe usw.) die spätere Schulart bestimmen? Eine positive Auslese/ positive Selektion wird die Schüler besser motivieren.

4.)Eine frühkindliche Förderung der Talente einzelner Kinder verlangt nach noch mehr Schularten als die Haupt-, Wirtschafts-, Realschule und Gymnasium oder nach noch mehr Zweigen in den einzelnen Schulen. Kinder mit musikalischer, sportlicher, handwerklicher, sprachlicher, mathematischer Begabung sollten frühzeitig erkannt und gefördert werden und nicht in die Abstellkammer der Nation (Hauptschule) gestellt werden, weil sie eine 5 in Deutsch oder Mathe haben. Viele werden sich jetzt über meine Äußerung bezüglich der Hauptschule empören, aber ist es nicht so, dass die Wirtschaft, schon längst für die Berufsausbildung Koch oder Friseur Abiturienten sucht, weil die Hauptschule nicht mehr den Wünschen gerecht wird?

5.)Ziel der Bildung sollte sein, den Menschen eine Basis für ein glückliches Leben zu geben. Die Menschen sind glücklich, wenn sie ihre Interessen und Begabungen in ihren Berufswünschen verwirklichen können. Deshalb sollten Wege gefunden werden, Hobbys der Kinder mehr in den Schulalltag zu integrieren, als diese zu vernachlässigen, aufgrund anderer Fächer mit denen sie sich in ihrem späteren Leben sowieso nicht beschäftigen werden. Wenn ein Kind schwach in Mathe (oder Latein) ist, aber dafür sehr gut in Werken, dann sollte Werken bei der Bewertung im Vordergrund stehen und gefördert werden und Mathe so viel wie notwendig gefordert und nicht völlig vernachlässigt werden. Natürlich gilt das Gleiche auch umgekehrt.

6.) Die Grundlage für viele Berufe sollte schon in der Schule gelegt werden und die Lehre viel früher beginnen, damit sie die Fertigkeiten in hohem Maße meistern. Niemand sollte Friseur oder Schlosser werden, weil er oder sie nicht gut im Fach Deutsch gewesen sind, sondern weil sie sich wirklich für diesen Beruf interessieren.

7.) In vielen Bundesländern entscheiden allein die Klassenlehrer über den Übertritt. Das ist eine zu hohe Belastung und Verantwortung für eine Person. Deshalb sollten Schüler und auch Eltern mehr mitspracherecht haben. Die Lehrer sollten beratend zur Seite stehen.

8.) Ein Schulsystem sollte sich nach den Bedürfnissen der Gesellschaft richten und nicht versuchen die Gesellschaft den Bedürfnissen des Schulsystems anzupassen oder gar zu zwingen.

9.) Fächer wie Glück, Lern- und Arbeitsmethodik, Rhetorik, Konzentrationsschule, Konfliktlösung gewinnen zunehmend an Bedeutung aber werden total in den herkömmlichen Schulen vernachlässigt. Diese Fächer sollten unbedingt in die Lehrpläne übernommen werden.

10.) Individuelle Betreuung und Förderung der Kinder ist ein Muss für ein gutes Bildungssystem, deshalb müssen Gelder für die Bildung mindestens im Umfang der Abwracksprämien zusätzlich freigestellt werden. Eine wirkliche Verbesserung der Wirtschaft kann nur durch die Investition in Faktor Mensch erreicht werden. Lehrer müssen besser bezahlt werden und ihre angesehene Stellung in der Gesellschaft wieder erlangen.
Eltern graben das Kriegsbeil aus!
von Anonymus (Ehemalige), 24. Jun 09:30
Es ist wirklich erstaunlich in welcher Rechtschreib- und Formulierungsqualität Forenbeiträge veröffentlicht werden.
Hoffentlich entspricht die Leistungsfähigkeit der Beitragsschreiber nicht den Fähigkeiten ihrer Sprösslinge!
Für seine Kinder sollte man als Elternteil die volle Verantwortung übernehmen und diese nicht, wie so häufig an die Lehrerschaft abschieben als beginne die elterliche Verantwortung erst dann, wenn die Kinder nach der Schule wieder zu Hause sind.

Das Benehmen der Kinder in der Schule ist ein Spiegel der erzieherischen Fähigkeiten ihrer Eltern!

Eltern die an ihren Arbeitsstätten ungerechtfertigt unter unangemessenem Leistungsdruck leiden müssen, suchen sich die Lehrerschaft ihrer Kinder als Überdruckventil. Kein Aufwand ist zu hoch und keine Mühen werden gescheut um hier nun die Macht zu demonstrieren, die diesen "schwachen" Menschen am Arbeitsplatz versagt bleibt. Aber schauen Sie sie sich doch einmal auf einem Elternabend um. Dort finden sie immer die gleichen Eltern (eine Hand voll), nämlich die, für die Kindeserziehung aus Eigenverantwortung und Selbstkritik besteht! Deren Kinder sind in aller Regel nicht in ihrem Sozialverhalten eingeschränkt.
Zu meiner Schulzeit haben Eltern für ihre eigenen erzieherischen Fehlleistungen keine Anwaltskanzleien damit beauftragt, Lehrer juristisch zur Rechenschaft zu ziehen. Meine Eltern waren instinktiv dankbar für die erzieherische Unterstützung durch die Lehrer. Denn auch meine Eltern waren Schüler und konnten sich noch bewußt machen von wem Störungen und soziales Fehlverhalten ausgingen, nämlich von den Schülern. Ihre Kinder werden anstatt Erziehung nur die Gewissheit mitnehmen, das Lehrer juristisch belangt werden können. Also werden Grenzen überschritten anstatt diese einzuhalten!
Lehrer machen professionell ihren Job!!! Die Zeit ihre Kinder zu schikanieren bleibt wirklich nicht, machen sie sich nichts vor. Nicht alles dreht sich um ihr Kind. Noch nicht einmal ihnen geht es um ihr Kind, wenn sie juristisch vorgehen. Sie wollen Macht demonstrieren und behindern dadurch die wirklich wichtige Erziehung ihres Kindes statt diese zu fördern.
Ich kann hier nur die Anregung geben, Lehrer als Teil einer notwendigen Erziehung für ihre Kinder anzusehen. Bekämpfen sie diese nicht, sondern unterstützen sie deren Entscheidungen und Maßnahmen. Hören sie auf Pädagogen eines besseren belehren zu wollen. Es sind Profis, die Jahre studiert haben um es besser als sie zu können! Ihr Kind hat garantiert etwas verbrochen wenn es von Lehrern eingebremst wird.
Hören sie auf nach anderen Verantwortlichen zu suchen.
Sehen sie in den Spiegel bevor sie auf Lehrer losgehen oder Anwälte einschalten.

Mischen sie sich nicht in Erziehung ein, wenn sie nicht die Verantwortung dafür tragen wollen. Oder aber tragen sie die Verantwortung und erziehen sie verantwortungsvoll!
Die Generation die jetzt aufwächst ist nicht belastbar und damit zum scheitern verurteilt wenn sie weiterhin den einfachen Weg wählen. Selbstkritik fängt bei ihnen an, nicht bei anderen.
Bayrische Verhältnisse
von Setterfan (Eltern), 26. Sep 15:38
Zumindest in Bayern (hier gehen die Uhren bekanntlich anders) gibt es keine beruflichen Gymnasien.
Hier gibt es Fachoberschulen, die aber "nur" die Fachhochschulreife vergeben, relativ festgelegt, einem Schüler aus dem Sozialzweig würde ich ein technisches Studium nicht unbedingt empfehlen, da hierzu die Vorkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern fehlen. Mittlerweile ist die FOS 13 recht verbreitet, in der man das fachgebundene oder sogar das Allgemeinabitur erreichen kann.
NUR: im Gegensatz zum Gymnasium liegen bei dieser Schullaufbahn zwei zusätzliche Abschlussprüfungen auf dem Weg.
Es gibt auch die Berufsoberschulen für Leute mit Mittlerer Reife und abgeschlossener Berufsausbildung. Auch das ist kein einfacher Weg.

Die Auslese der Schüler nach Schulart findet schon immer nach der vierten Klasse statt, seit Einführung der sechsstufigen Realschule gibt es nicht mehr die Möglichkeit, nach der sechsten Klasse zu wechseln. Der Notenschnitt für das Gymnasium liegt bei 2,3 aus D, M und HSU (Heimat- und Sachunterricht) und gleichzeitig 2,0 aus D und M. Plus bindende Übertrittsempfehlung.
Ich kenne durch meine drei Jungs alle Schularten, habe als Elternteil insgesamt 18 Schuljahre "auf dem Buckel", davon 12 Jahre als Elternsprecherin, und hatte nie den Eindruck, es würde auf Schwächere Rücksicht genommen. Zumindest in den sog. höheren Schulen herrschte eher Rausprüfen in den Eingangsklassen, die mit über 30 Schülern auch immer gut besetzt waren. Man macht aus 100 neuen Schülern keine vier Klassen mit je 25 Schülern, sondern drei mit 33 bis 34 Schülern. Da sind es nächstes Schuljahr halt nur noch 28.
Jeder darf mindestens einmal auf die Nase fallen.
von Veritas (Ehemalige), 21. Aug 02:52
Es muss von grundauf das Schulsystem saniert werden. Solange die Realschule und Hauptschule keine vernünftige Ausbildung bieten, die auch den entsprechenden Berufen und damit auch den Fähigkeiten der Schüler angepasst sind, werden Eltern immer versuchen ihre Kinder in eine "höhere" Schulform zu pressen.
Es ist doch atm wirklich so, dass mind. 50% der Ausbildungsplätze für Realschüler an Abiturienten verteilt werden und für Realschüler die der Hauptschüler bleiben und die Hauptschüler nur noch eine sehr geringe Auswahl haben.

Einschlägige Berufe wie Hotelfachfrau/-mann und Krankenpfleger/-in werden doch zu gern an Abiturienten gegeben, da die Realschule einfach oftmals nicht mehr das erforderliche Wissen mit sich bringt. Leider.

Ich habe diese Bildungsempfehlung damals auch erhalten. Die die ohne diese aufs Gym gekommen sind, haben es allesamt nicht geschafft (jetzt meinen damaligen Bekanntenstand betreffend). Natürlich soll man Kinder fördern und fordern, aber auch nicht überfordern, nur weil es schöner sein könnte, ein Kind auf dem Weg zum Abitur zu haben.

Allerdings stimme ich dem zu, dass diese Empfehlung nicht bindend sein sollte. Jeder sollte seine Erfahrung machen, auch Kinder. Allerdings sollte auch von Anfang an auf Gymnasialniveau unterrichtet werden.

Eine Freundin von mir hat nach 4 Jahren Gym. (Kl. 5-8) gesagt, dass sie genug davon hat und ist zur Realschule gegangen, hat dabei ihren ihren Notendurchschnitt von Gymnasium 3,xx auf Realschule 1,0 hochgedrückt und wurde an ihrer favorisierten Lehrstelle mit Kusshand genommen.
@ Trompeter
von NoraMaite (Ehemalige), 07. Aug 18:28
Bei spickmich kontrollieren wir regelmäßig die Wertungen der besten Schulen und kontrollieren die User. Das heißt wenn wir fake accounts entdecken, sortieren wir diese auch aus. Dadurch können Sie sich sicher sein, dass die Bewertungen auf alle Fälle korrekt sind.
Ein Umdenken ist notwendig
von Dr.Jekyll (Eltern), 16. Jul 15:47
Es muß m. E. ein Umdenken stattfinden. 1. (@ Madrapur) Wenn im Forum auf Kosten für den Staat hingewiesen wird, so mag es zutreffen, dass die Kultusverwaltung so tickt und das finde ich schlimm. Und es dürfte aber auch unstreitig sein, dass diejenigen später das Sozialsystem mehr belasten und dem Staat auf der Tasche liegen, die keine so gute Ausbildung haben.
2. Das staatliche Ziel sollte sein, möglichst vielen Schülern eine möglichst gute Schulausbildung zu verschaffen. Ich kann in Sachsen nicht erkennen, dass man das vorhat...
Mit dem Leistungsanspruch, den die Kultusverwaltung gegenüber den Schülern und ihren Eltern vermittelt, wird z. T. versucht, die Defizite in personeller und sachlicher Hinsicht - auch an den sächsischen Gymnasien - zu verdecken. Nach dem Motto: "Wenn Du Dich auf dem Gymnasium quälst, dann liegt es an allein Dir selbst. Das Leben ist hart. Man muß sich eben anstrengen, um etwas zu werden. Das gilt auch für Schüler. blablalaberfaselschwätz"...Die Realität ist aber wohl komplexer. Die Schulausbildung an sächsischen Gymnasien wird immer chaotischer, das Lehren immer unstruktierter (natürlich findet man zur Begründung des Ganzen immer ein paar Alibi-Pädagogen, die etwas von flexiblem Lernen oder ähnliches erzählen können). Z. B.: Warum haben die Schüler in Mathematik an den Gymnasien z. T. nicht 'mal mehr ordentliche Schulbücher? Arbeitshefte, die die Eltern zu besorgen haben, sollen es richten. -> @ENJMama: Sie haben recht! Das Niveau muss verbessert werden und das geht nicht ohne Personal, Sachmittel und Geld. Hierzu muss sich der Staat bekennen, wenn er in Bezug auf die Förderung von Schülern, Kindern und Familien glaubwürdig bleiben will.
Das Niveau an Gymnasien
von ENJMama (Eltern), 10. Jul 10:55
Hallo!

Meine Tochter war in der Grundschule unterfordert, sie hat sich gelangweilt. Wir konnten kaum abwarten, ins Gymnasium zu wechseln. Im Gymnasium wurde aber nichts besser. Da waren genau so schwache, wie in der Grundschule. Sie hat schon alleine vorzeitig das Mathebuch aufgearbeitet, weil nicht abwarten konnte, bis alle das verstehen. Ein Klassensprung hat aber die Schule nicht ermöglicht. Als ich ein Gespräch mit der Klassenlehrerin hatte, hat sie unser Problem gar nicht beachtet, die Integration der Schwachen (ohne Empfehlung) war für sie wichtiger.

In den nächsten 3 Jahren wurde meine Tochter immer frustrierter, depressiv, hatte keine Freunde.

Dann hat sie in ein Privates Gymnasium gewechselt. Privatschulen haben nicht die Pflicht, Kinder ohne Empfehlung aufzunehmen. Unsere Schule hat jedes Jahr 5-mal so viele Anmeldung, wie viele aufgenommen werden können. Der Wechsel hat meiner Tochter sehr gut getan. Sie hat hier sehr viele Freunde. Die Noten sind zwar etwas zurückgegangen, sie hat viel nachzuholen, aber sie ist glücklich, hat wieder Freude an Lernen.

„Spätzünder“. Dieses Wort nützen gerne Eltern, dessen Kinder nicht genug leisten, aber die Eltern noch die Hoffnung haben, das es noch bessert. Wegen solche Kinder wird das Gymnasium für Kinder die da wirklich hingehören ein Martyrium: Unterforderung, Langeweile. Für Spätzünder sind Gesamtschulen da, damit sie später noch zwischen den Schulformen wechseln können.

Wieso stehen Privatschulen im Top? Weil sie wirklich besser sind, weil die Kinder und Eltern da zufriedener sind! Ich glaube nicht, dass Privatschulen es nötig hätten die Ergebnisse hier zu manipulieren. Ich habe meine Bewertungen auch abgegeben. Für beides Gymnasium nur einmal. Brauche nicht zu sagen, wie ich bewertet habe.

Warum soll die Zahl der Kinder, die Abitur ablegen, verringert werden?
Es soll nicht der Anzahl festgelegt werden, sondern das Niveau. Das Zentralabitur finde ich sehr gut. Das ging doch nicht, das in schwächeren Schulen für viel weniger Leistung das Abitur zu schaffen war. Wenn nicht genug Kinder so weit sind, das Abitur zu schaffen, dann soll eben weniger das machen, sonst hat das Abitur in ein paar Jahren kein Wert mehr.
Warum wenige Abiturempfehlungen
von Madrapur (Eltern), 18. Jun 08:01
Das bei den Abiturempfehlung eine Deckelung vom Staat erfolgt ist doch ganz logisch. Der Abiturient ist in der Schulausbildung teurer als ein Real- oder Hauptschüler.
Brandenburg hat aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen ein hohes Risiko gehabt, dass immer mehr auf das Gymnasium können und somit die Bildungskosten steigen. Also wurde gesetzlich ein Riegel vorgeschoben: Vergleichsarbeiten in der 6. Klasse, Notensumme für Deutsch, Mathe und Englisch sowie Probeunterricht.
Warum wenige Abiturempfehlungen
von Madrapur (Eltern), 18. Jun 07:39
Das bei den Abiturempfehlung eine Deckelung vom Staat erfolgt ist doch ganz logisch. Der Abiturient ist in der Schulausbildung teurer als ein Real- oder Hauptschüler.
Brandeburg hat aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen ein hohes Risiko gehabt, dass immer mehr auf das Gymnasium können und somit die Bildungskosten steigen. Also wurde gesetzlich ein Riegel vorgeschoben: Vergleichsarbeiten in der 6. Klasse, Notensumme für Deutsch, Mathe und Englisch sowie Probeunterricht.
@ Annett
von anker (Eltern), 27. Mai 17:19
Ich kann die Frage von Dr. Jekyll nur wiederholen: Warum soll die Zahl der Kinder, die Abitur ablegen, verringert werden? Auch ich habe oft genug den Eindruck, dass Lehrer dazu tendieren, einen 'zu hohen' Durchschnitt gern weiter unten sehen zu wollen.
Wenn die Wirtschaft den Hauptschulabschluss kaum noch akzeptiert, und mein Kind mit dem Hauptschulabschluss nur noch eine Chance von 1:1000 auf einen Ausbildungsplatz hat, der meistens im mindesten den Realschul- oder Gymnasialabschluss voraussetzt, dann frage ich mich als Elternteil sehr wohl: Warum sollte ich das Kind dann dorthin (Hauptschule) geben? Nur um den Lehrern dort den Arbeitsplatz zu gewähren? -- Und wer gewährt später meinem Kind den Arbeitsplatz???
Eine bindende Entscheidung, die die Lehrer und andere außenstehende Personen fällen, ohne Mitspracherecht von Kindern und Eltern lehne ich jedenfalls strikt ab!
@Trompeter - das ist eigentlich ein anderes Thema als Bildungsempfehlungen
von Dr.Jekyll (Eltern), 27. Mai 15:30
'Halte ich nicht für das Problem. Die Rankings und Wertungen sind ohnehin nie 100%ig aussagekräftig, da die Beteiligung ja freiwillig ist und das ist auch gut so... Wie wollte man es anders machen. Darüber hinaus sind natürlich Manipulationen in einem gewissen Umfang denkbar.Sie sind aber auch mit einem gewissen Aufwand verbunden, so dass man in der Summe doch eine gewisse Tendenz bei einer zureichenden beteiligung erkennen kann, die einem weiterhilft....
@Annett - Staatsgläubigkeit
von Dr.Jekyll (Eltern), 27. Mai 14:25
1. Ich finde es interesant, dass man es lehrerseitig als negativ ansieht, wenn ein hoher Prozentsatz der Kinder die Schulausbildung an einem Gymnasium fortsetzen. Der Staat müßte doch eigentlich dafür sorgen, dass möglichst viele Schüler Abitur machen! Auf die demographische Entwicklung hatte ich hingewiesen. In 20 Jahren wird niemand mehr in Sachsen mittelst. oder große Firmen ansiedeln, wie noch in den letzten 10 Jahren, wenn das Schulsystem auf Abschottung bedacht bleibt.
2. Ich wiederhole mich: Die 4. Klasse ist eigentlich zu früh für eine Entscheidung.
3. Eine bindende staatliche Empfehlung ist wegen 2. und weil das ein unfreiheitlicher Ansatz ist, keine gute Lösung.
4. Mittelschulen sind in Sachsen keine Alternative. Viele Kinder verbessern sich noch einmal kurzzeitig, viele Kinder, die Fähigkeiten haben, aber das soziale Umfeld der Mitschüler nicht verarbeiten, driften jedoch leistungsmäßig ab. Potential geht verloren.
5. Für jede Schulart mag es ihren Platz geben, auch für berufliche Gymnasien. Das ist doch alles unstreitig. Aber warum wollen Sie denn nicht denen, die es betrifft, eine weitestmögliche Freiheit lassen?
Warum diese starre Staatsgläubigkeit?
Manipulation der Bewertungen
von Trompeter (Eltern), 27. Mai 09:12
Ich möchte gerne folgenden Gedankengang einbringen:

Sowohl bei Schulradar als auch bei Spickmich ist es meiner Meinung nach ohne großen Aufwand möglich, bestimmte Werte zu manipulieren.

Es gibt bekanntlich viele Anbieter von kostenlosen e - mail - Adressen.

Wenn man also mehrere Adressen einrichtet (diese werden nicht überprüft), so ist es klar, dass man sowohl eine Schul - als auch eine Lehrerbewertung beliebig manipulieren kann.

Im übrigen haben Schüler viel Zeit (vielleicht der eine oder andere Lehrer auch?).

Daher ist meiner Ansicht nach äußerste Vorsicht zu walten bei dieser Art des "wilden" rankings - warum stehen Privatschulen so weit oben? Kann hier nicht der privatwirtschaftliche Ansatz im Vordergrund stehen?

Mich würde Ihre Meinung interessieren.
@ Dr.Jekyll
von Annett (Lehrer), 26. Mai 19:29
Sicherlich gibt es Fälle, in denen Eltern nicht mit der Meinung der staatlichen Stellen übereinstimmen. Ob das die Regel oder die Ausnahme ist, kann ich leider nicht beurteilen. Ich habe mir mal einige statistische Daten angeschaut, in Rheinland-Pfalz z.B. gibt es nur eine nichtbindenden Empfehlung. Die Eltern entscheiden dann, welchen Weg ihr Kind geht. Die statistische Daten des letzten Jahres sagten aus, dass 25 % der Schüler mit Hauptschulempfehlung auf einem Gymnasium angemeldet wurden und 50 % der Schüler mit “Realschulempfehlung“ ebenfalls auf einem Gymnasium angemeldet wurden. Mittlerweile gibt es Regionen, in denen 60 % der Schüler nach der 4. Klasse auf ein Gymnasium wechseln.
Wenn man diese Zahlen liest, ist es eigentlich logisch warum so viele Kinder schon so zeitig Nachhilfe nehmen müssen. Das geht ja am Gymnasium in der 5. Klasse gleich so weiter. Vielleicht sollte man seinem Kind die Möglichkeit der freien Entfaltung geben, die Möglichkeit sich Nachmittags seinen Hobbies zu widmen oder mit Freunden zu spielen, anstatt zur Nachhilfe zu traben. Für viele Kinder beginnt der Leidensweg Schule erst so richtig mit der 5. Klasse. Das Ergebnis sind frustrierte, aggressive und schulmüde Kinder.

Es gibt sicherlich ein Für und Wider für eine bindende Empfehlung.

Persönlich kennen ich sehr viele Eltern, die ein Problem mit einer nichtbindenden Empfehlung haben, da dadurch sehr viele Eltern ihre Kinder auf einen Weg schicken, den sie nicht bewältigen können – eben auf einen Leidensweg. Obwohl es später noch genug Möglichkeiten gibt, das Abitur – ohne Zeitverlust – zu erlangen. Und die Kinder, die es auf dem Gymnasium leichter schaffen würden, werden manchmal sicherlich dadurch in ihren Möglichkeiten behindert, dass in der Klasse relativ viele Kinder sitzen, die im Moment dem Stoff noch nicht folgen können – und der Unterricht orientiert sich in der Regel nicht an den stärksten Schülern sondern es wird viel Energie verwendet, die schwachen Schüler mitzuziehen.
Es gibt auch sehr viele Eltern, die sich in ihrem Bundesland eine bindende Empfehlung wünschen, damit ihre Kinder entsprechend gefördert und gefordert werden können.

Ich denke, dass Eltern auch einmal kritisch darüber nachdenken sollten, ob das Abitur das Einzige im Leben eines 10-jährigen Kindes sein soll, was etwas zählt.

Übrigens besuchen nicht wenige Schüler ein berufliches Gymnasium – sondern recht viele, z.B. im Frühjahr 2004 erwarb jeder dritte Gymnasial-Abiturient (33,5 %) – in Baden-Württemberg - sein Abitur an einem beruflichen Gymnasium – Tendenz steigend!

In Sachsen gibt es sogar die Möglichkeit einen Beruf mit Abitur zu erlangen, einen sehr gute Doppelqualifikation.
@Annett
von Dr.Jekyll (Eltern), 26. Mai 18:13
Vielen Dank für den Hinweis, aber erstens ist mein Kind nicht betroffen und zweitens ärgere ich mich grundsätzlich über die Anmaßung, mit der staatliche Stellen meinen, sie könnten es besser als die Eltern entscheiden. Darüber hinaus meine ich, dass der Freistaat Sachsen möglichst viel gut ausgebildeten Nachwuchs brauchen wird (und die Entscheidung für die Mittelschule bedeutet für viele Schüler angesichts der personellen und finanziellen Ausstattung der Schulen in Sachsen den Ausstieg aus einer guten Schulbildung - den Weg den sie beschreiben gehen doch nur ganz ganz wenige!). Letztendlich finde ich die Entscheidungsfreiheit in der vierten Klasse besser... Soll es ein Trost sein, dass die Zöglinge in der elften Klasse etwas selber entscheiden können sollen? Die könnten eine solche Entscheidung sicher auch treffen, wenn sie auf dem Gymnasium wären und das sinnvoll wäre, oder? Natürlich wollen die Eltern tendenziell, dass ihre Kinder aufs Gymnasium gehen. Da mag es dann auch einige geben, die das Leistungsvermögen ihrer Kinder überschätzen. Aber ist das denn die Regel? Und ich glaube auch, dass die weiterführende Schule den Nachweis erbringen sollte, dass es das Kind nicht schafft und man nicht den Nachweis erbringen können soll, dass es das Kind schafft. In Sachsen stützt man sich damit auf eine Hypothese/auf eine Prognose, nicht auf harte Fakten (und das bei Kindern in der 4. KLasse). Hier redet man schon vom "Grundschulabi". Viele nehmen bereits in der dritten und vierten Klasse Nachhilfe. Bei einem solchen Schulsystem können einem die Kinder einfach nur leid tun. Das ist einfach nicht freiheitlich und ist einfach zuviel Staat!
Alternative - Berufliche Gymnasien !
von Annett (Lehrer), 25. Mai 11:12
Liebe Eltern,

mit Interesse verfolge ich die Diskussion um die Schullaufbahnempfehlungen und die frühzeitige Selektion Ihrer Kinder. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Sie auf die Möglichkeit der Beruflichen Gymnasien hinzuweisen, da dieser Gedanke bisher noch nicht angesprochen wurde. In jedem Bundesland besteht die Möglichkeit mit einem qualifizierten Sekundarabschluss I (mittlere Reife) oder einem gleichwertigen Abschluss in die Jahrgangsstufe 11 eines beruflichen Gymnasiums einzusteigen (wobei noch ein Notenschnitt beachtet werden muss, meist 2,5 – 3,0, je nach Bundesland. Schüler, die noch keine 2. Fremdsprache hatten beginnen in der Jahrgangsstufe 11 mit einer zweiten Fremdsprache – ganz von vorn, also keine Vorkenntnisse erforderlich. Nach erfolgreichem Bestehen des Abiturs hat Ihr Kind dann die allgemeine Hochschulreife und kann studieren was es will. In den beruflichen Gymnasien ist eines der Leistungsfächer „beruflich“ geprägt- also aus dem Bereich Technik, Gesundheit und Soziales, Wirtschaft ... . Der Vorteil für Ihre Kinder ist dann der, dass Ihre Kinder entsprechend Ihres Studienwunsches/Interesses schon einen Einblick erhalten und so die zukünftige Studienrichtung vielleicht besser finden. Aber auch wenn ein Schüler den Schwerpunkt Technik wählt, kann er hinterher Medizin oder Jura studieren.
In der Regel wird in der Jahrgangsstufe 11 im Klassenverband unterrichtet, in der Jahrgangsstufe 12 und 13 gibt es auch hier ein Kurssystem, entsprechend der Kurswahl des Schülers. Alle Schüler lernen sich in der 11. Klasse neu kennen.
Vielleicht wäre das für viele Schüler eine Alternative, denn Ihr Kind entscheidet sich selbst mit 16 Jahren und geht nicht aufs Gymnasium weil es die Eltern so wollten – eine Diskussion die zu Hause ja immer wieder auftaucht – sondern weil Ihr Kind dies selbst will.
@anker
von Dr.Jekyll (Eltern), 23. Mai 10:27
Das mit dem Klagen sagt sich so leicht... Es ist auch die Frage, ob eine Ungleichbehandlung im Sinne eines Grundrechtsverstoßes vorliegt. Kultusrecht ist auch grundgesetzlich Sache der Länder. Das ist m. E. eine rechtspolitische Sache (Was darf der Staat vorgeben) und der Sächsische Landtag sollte der Exekutive die Regelung eines fairen Zugangs zu Gymnasien im Hinblick auf Verfahren überlassen aber alles grundsätzliche selbst regeln.
@anker - SOGY
von Dr.Jekyll (Eltern), 23. Mai 10:18
§ 32 Absatz 1 der SOGY: Ein Schüler wird nach Abschluss der Klassenstufe 4 der Grundschule oder Klassenstufen 5 oder 6 der Mittelschule in die nächsthöhere Klassenstufe des Gymnasiums aufgenommen,wenn
1.die Bildungsempfehlung für das Gymnasium gemäß §21 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über Grundschulen im Freistaat Sachsen(Schulordnung Grundschulen – SOGS vom 3. August 2004(SächsGVBl. S.312),in der jeweils geltenden Fassung,oder gemäß § 9 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über Mittelschulen im Freistaat Sachsen und deren Abschlussprüfungen(Schulordnung Mittelschulen Abschlussprüfungen – SOMIAP)vom 3. August 2004(SächsGVBl. S. 325),in der jeweils geltenden Fassung,erteilt oder
2.die Aufnahmeprüfung bestanden wurde.
@ Dr.Jekyll
von anker (Eltern), 23. Mai 10:08
... dann wäre es doch sicher empfehlenswert, dagegen mal per Klage vorzugehen. Schließlich spricht doch unser Grundgesetz von der Gleichheit der Menschen. Sind die Sachsen also ungleicher als die anderen??? Das kann nicht sein... Am besten klagen, bei Gericht/ Bundesverfassungsgericht und weiß ich wo, wo auch immer es möglich ist!!!
Es heißt eben nur "Empfehlung"
von Dr.Jekyll (Eltern), 23. Mai 09:19
@anker: Das ist nicht zutreffend. Die Rechtslage in den Bunmdesländern ist unterschiedlich. In den meisten Ländern ist eine Empfehlung oder Beratung nicht bindend. Maßgebend in Sahcsen ist § 21 der SOGS (Schulordnung für Grundschulen) und die Schulordnung für Gymnasien bestimmt, dass die Bildungsempfehlung vorgelegt wird. Ansonsten wird das Kind nicht aufs Gymnasium gelassen. Auf http://www.sachsen-macht-schule.de/schule/1795.htm
wird das auch noch einmal so dargestellt. Ohne "Bildungsempfehlung" oder bestandene Aufnahmeprüfung ist keine Fortsetzung der Beschulung auf dem Gymnasium möglich. Der Staat entscheidet und der Staat weiß, was für die Leute das Beste ist. So ist das hier in Sachsen!
Empfehlung
von anker (Eltern), 07. Mai 08:11
Lieber Dr. Jekyll,

das Schreiben, was die Schule dort verfasst, heißt ja 'Empfehlung'. D.h., Sie als Eltern/Sorgeberechtigte können Ihr Kind auch dann getrost auf ein Gymnasium schicken, wenn ein solches nicht auf dieser Empfehlung vorgesehen ist.
Zur Einstufung in der 4. Klasse kann ich nicht viel aussagen. Aus eigener Erfahrung finde ich jedoch die Einstufung in einer höheren Klasse besser. Zumal die Kinder dann schon reifer sind, und sich selbst auch besser einschätzen können.

Was die Durchlässigkeit des Bildungssystems betrifft, muss ich Ihnen beipflichten. Per Gesetz ist es zwar zulässig, dass die Schüler von einer in die andere Schule (höhere oder niedrigere) wechseln. Nur wurde mit dieser Fremdsprachenregelung nicht exakt mit diesem Gesetz in Einklang gehandelt.
In unserer Stadt (nicht in Sachsen) ist das ähnlich. Hier MÜSSEN die Kinder als 2. Fremdsprache Französisch lernen. Entweder sie tun dies, oder sie haben keine Chance später auf ein Gymnasium zu gehen. In Anbetracht dessen, dass es in der EU eben nicht nur Deutsch, Englisch und Französisch als Amtssprache gibt, finde ich diese Regelung irrsinnig. Warum sollte ein Kind mit Spanisch, Italienisch, Türkisch, Russisch usw. als Zweitsprache nicht die selbe Chance erhalten, wie ein Kind, das Französisch lernt??
Hier sehe ich ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. Um mit den geltenden Gesetzen in Einklang zu gehen fehlt hier eine Regelung, dass eben auch Kindern mit anderer zweiter Fremdsprache bzw. aus ggf. schulischen Gründen mit nur einer Fremdsprache die gleiche Chance gewährt werden MUSS!
Zusätzlich
von Dr.Jekyll (Eltern), 06. Mai 12:43
entsteht der Volkswirtschaft ein Riesenschaden. In Sachsen gibt es kaum Nachwuchs. Die demographische Entwicklung ist besorgniserregend. Dresden und Leipzig sind (noch) Inseln. Es wird in Zukunft schwer sein, qualifizierte Fachkräfte in Sachsen zu finden. Den Kindern und Eltern, die mehr wollen, werden durch das ständestaatliche geschlossene System Zukunftsmöglichkeiten genommen. Die Kultusverwaltung, träumt davon, mit frühzeitigem Drill und Leistungsdruck könne man viele Mathe-Olympiaden gewinnen und Nobel-Preisträger hervorbringen und ist noch von gestern.
Staatlich bindende Bildungsempfehlungen - Entmündigung der Eltern
von Dr.Jekyll (Eltern), 28. Apr 10:20
In Sachsen sind die Bildungsempfehlungen der Schulen für den weiteren Lebensweg der Schüler entscheidend. Der Staat bestimmt frühzeitig anhand der Noten in Mathematik und Deutsch, wann Kinder auf das Gymnasium dürfen. Erforderlich ist ein Schnitt von mindestens 2,5 in beiden Fächern im ersten Halbjahreszeugnis, spätestens im 2. Halbjahreszeugnis der 4. Klasse. Zusätzlich wird eine staatl. Prüfung mit gegenüber den Schulklassen erhöhten Anforderungen angeboten. Auch damit kann der Sprung auf das Gymnasium geschafft werden.
Nachteile des Verfahrens:
1. Die Selektion erfolgt zu frühzeitig. Spätstarter oder Kinder, die vorübergehend schwächere Leistungen zeigen, werden abgehängt.
2. Die Grundschulen haben unterschiedliches Niveau und Anforderungen. Eine gleichmäßige Bewertung und Leistungseinschätzung erfolgt tatsächlich nicht.
3. Dabei ist ein Wechsel von der Mittelschule auf das Gymnasium in Sachsen später kaum noch möglich, da u. a. mit der Einführung einer frühzeitigen zweiten Fremdsprache auf den Gymnasien ein guter Mittelschüler kaum noch eine Chance hat, Anschluß an das Gymnasium zu finden (in der 5. und 6. Klasse werden an Mittelschulen regelmäßig keine zwei Fremdsprachen gelehrt). Also: Eine tatsächliche Durchlässigkeit ist nicht gegeben.
4. Das Verfahren ist nicht konsequent. Einseitig können die Elternsorgeberechtigten das Kind, auch wenn dieses eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhält, auf die Mittelschule schicken.
5.Schüler wiederholen in gesteigerter Zahl die 4. Klasse, um in die gymnasiale Oberstufe zu kommen und verlieren Zeit.

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