So! Unser Sohn hat tatsächlich einen Gesamtschulplatz bekommen! Und auf einmal war alles ganz klar! Das ist in unserem Ort wie ein Sechser im Lotto, dort einen Platz zu bekommen, wobei es mit Gym-Empfehlung sehr viel einfacher ist. Waren wir vorher noch hin- und hergerissen, ob wir unserem Sohn das Gym "verweigern" sollten (s. letzter Beitrag von mir), war es dann plötzlich doch ganz klar in unserem Bauch und Kopf. Und unser Sohn hat 2 Stunden gejammert, dass er NIEMALS dort auf die Schule gehen wird. Aber nach und nach verbreitete sich dann doch das Lauffeuer im Ort, wer alles einen Platz bekommen hat. Und schon sah die Welt anders aus. Es sind doch einige, die er kennt. Zwar nicht seine besten Freunde, aber jetzt ist er frohen Mutes. Zumal wir ihm wirklich vermitteln, dass es 1. einem Lottogewinn gleichkommt und 2. er verantwortungsvolle Eltern hat, die sich für ihn die beste Schule wünschen und uns für ihn wünschen, dass ihm noch genug Zeit für Hobbys und Freunde bleibt. Yippieh! Wir sind happy und sind gespannt, was das neue Schuljahr bringt
Wir hatten / haben die gleichen schlaflosen Nächte. Unser Sohn hat Gymnasialempfehlung, aber auch ich mache mir Sorgen, dass er dem Druck nicht gewachsen ist. Sicher - er wird es packen, aber mit welchem Aufwand? WIR möchte ihm die Kindheit so lang wie möglich erhalten und die Schule sollte nicht sein ganzes Denken und Tun beeinflussen. Und wenn man die Alternative einer Gesamtschule hat: Warum sollte man sie nicht nutzen? Man nimmt dem Kind keine Chancen - das Abi ist das gleiche, nur der Weg dahin ist ein entspannterer. Vom Bauch her bin ich sicher. Haben auch 2 Lehrer im Bekanntenkreis, die IHRE Kinder nicht aufs Gym schicken werden. Auch, weil dort reine egoistische Lernmaschinen herangezüchtet werden, an einer Gesamtschule lernen die Kinder aber Arbeit im Team! Einzig unser Sohn möchte so gern aufs Gym, aber nur, weil sämtliche Freunde direkt auf dem Gym mit G8 angemeldet worden sind und er als einziger auf die IGS müsste (sofern wir einen Platz bekommen - entscheidet sich diese Woche) Von 11 Empfehlungen in seiner Klasse sind wir die einzigen, die eine IGS in Erwägung gezogen haben. Warum ist das eigentlich so? Klingt "Gymnasium" so viel elitärer? Hört es sich besser an, wenn man sagt: Unser Sohn geht aufs Gymnasium? Ich weiß es nicht. Merkwürdigerweise sind es aber alles Eltern OHNE Abitur - vielleicht liegt es auch daran?
für eure meinungen. :-)
sohnemann ist nun an der gesamtschule angemeldet. er und wir sind nun total entspannt und wir sind sicher, es ist die richtige schule für ihn.
es haben sich auch sehr viele kinder mit gymnasialempfehlung angemeldet. das ist für die klassenzusammensetzung natürlich gut.
na dann, schauen wir mal, was das nächste schuljahr so bringt.
LG
Laika
Welche Schulform ist die richtige? Gesamtschule vs. Gymnasium
Hallo,
auch bei uns stellte sich im letzten Jahr wieder die Frage, welche Schulform ist für unser Kind die richtige. Vor fünf Jahren hatten wir für unseren großen Sohn das Gymnasium, der Gesamtschule vorgezogen. Mit dem Ergebnis, dass unser Sohn innerhalb von 6 Wochen Sommerferien von wohlbehüteten Grundschüler zum kleinen Erwachsenen mutieren sollte. Einige Pädagogen sahen leider nicht mehr den 10 jährigen Jungen vor sich, sondern nur jemanden der zu lernen hat und wenn das nicht klappt Nachhilfe zu nehmen hat. Obwohl er sich wirklich bemühte waren die Fachlehrer nicht wirklich zufriedenzustellen. Die guten Noten in anderen Fächern wurden nicht berücksichtigt, es wurde immer nur auf die beiden Fächer rumgehackt wo er Probleme hatte. Nach drei Jahren haben mein Mann und ich dann die Notbremse gezogen. Wir hatten ein Riesenglück, den einigen freien Platz, den die bei uns ansässige Gesamtschule hatte, hat nach einem Bewerbungsgespräch unsere Sohn bekommen. Seitdem hat unsere Sohn sein Lachen wiedergefunden. Als wir dann unseren Sohn beim Gymnasium abgemeldet haben, hatte die Klassenlehrerin mich gefragt, ob wir es uns auch wirklich gut überlegt hätten unser Kind an eine Gesamtschule geben zu wollen. Also wirklich, das kann man doch nicht machen! Wir sollten den Jungen doch lieber auf dem Gymnasium lassen. Wir haben den Schritt doch gewagt und siehe da: Wir haben alles richtig gemacht! Auf der Gesamtschule steht im Vordergrund das Kind, mit all seinen Stärken und Schwächen. Es wird viel intensiver unterrichtet und auf die Probleme eingegangen. Jetzt ist er in der zehnten Klasse und wird nach den Sommerferien in die Klasse 11 wechseln. So mit all dem was wir bereits damals auf dem Gynasium erlebt haben, war nun letztes Jahr kein großes Ding für uns unseren kleinen mit Gymnasialempfehlung an die Gesamtschule anzumelden (als einziger aus seiner Grundschulklasse, die anderen mit Gym-empfehlung gehen zum Gymnasium). Unser Kind fühlt sich sehr gut an der Schule, hat es mit seiner Klasse und den Lehrern gut getroffen, gehört mit zu den Klassenbesten (was ja auch gut für die Psyche ist) und wenn er dann später möchte, kann er an dieser Schule dann in der 13. Klasse (G9) sein Abitur machen.
Ich lebe auch in Niedersachsen. G8 und G9 an der GS wäre ja immerhin mal eine halbwegs brauchbare Lösung. Dann könnte man, falls überhaupt eine Gesamtschule greifbar ist, noch wählen, ob man seinem Kind das G8 zumuten will.
Da bin ich mal gespannt, ob es so kommt.
G8 gilt in der gesamtschule NOCH nicht. wir wohnen in niedersachsen, da soll es - soweit die politik hart bleibt - aber 2010 wohl eigeführt werden, wobei das G9 auch erhalten bleiben soll. also sozusagen zwei modelle an einer schule, eltern sollen sich dann wohl wieder von vorn herein entscheiden, ob G8 oder G9. was das dann für die dieses jahr eingeschulten kinder für konsequenzen hat...keine ahnung.
Klassenstärke 30 Kinder - das ist ziemlich viel und es ist eher nicht zu erwarten, dass es mit der Zeit weniger werden.
Dagegen 20 - 22 auf dem Gym.
Diese Lernunlust kenne ich auch, die hat sich leider auch mit den Jahren, mein Kind ist jetzt 13, nicht wirklich gegeben, nur etwas verbessert, Notendurchschnitt des letzten Zeugnisses war aber trotzdem noch 3,5 ungefähr (etliche dreien und einige vieren).
Gilt denn für die GS auch das G8?
Wenn nicht, würde ich vermutlich in deiner Situation das Kind auf der GS anmelden. Das eine Jahr, dass die Kinder mehr an Zeit haben, würde ich meinem Kind gönnen, wenn ich könnte.
Wir haben hier nicht die Wahl, leider. Und außerdem soll bei uns auf den Gesamtschulen auch das G8 eingeführt werden (womit die GS dann für Gymnasienkinder gestorben ist).
als ich anfing deinen Beitrag zu lesen, dachte ich du beschreibst mein Kind. Genau die gleichen Gedanken hatten wir vor zwei Jahren auch.
Ich hatte mich für die Gesamtschule durchgesetzt und auch einen Platz ergattert (was mit einer Gymnasialempfehlung eigentlich relativ einfach ist), aber mein Sohn bestand am Ende darauf mit seinen Grundschulfreunden ins Gymnasium zu gehen, auch weil er etwas ängstlich war damals.
Wir haben dann nachgegeben, auch weil die IGS ziemlich weit weg war und wir jeden Tag hätten fahren müssen.
Aber glaub mir wenn ich damals schon gewußt hätte, was danach kam wäre ich sehr,sehr gerne jeden Tag 100 km gefahren.
Der Druck am Gymi war wirklich für unseren Sohn, der nicht bereit war viel mehr als nötig zu machen riesengroß und wir hatten in den Weihnachtsferien einen ziemlich verzweifelten Sohn, der nicht mehr in die Schule gehen wollte.
Der Platz an der IGS war natürlich weg und wir ratlos.
Ich mach es kurz, heute ist er an einer Hauptschule, mit seinen anderen Kumpels von früher zusammen und fühlt sich eigentlich pudelwohl, aber sein Intellekt wird in keinster Weise gefördert.
Wenn ich nochmal zu entscheiden hätte, würde ich bei einem Jungen immer die IGS wählen, auch wenn man meint dass die Kinder nicht genügend gefördert werden. Aber die Realität sieht anders aus.
Ich wei0 nicht wie es bei euch ist, aber bei uns sind diese Schulen mittlerweile total überlaufen und von 500 ANMELDUNGEN müssen 320 Absagen geschickt werden.
hallo zusammen!
hier gibt es ja viele kontroverse meinungen zu den verschiedenen schulformen. wir stehen vor dieser entscheidung und hadern sehr. dabei geht es natürlich hauptsächlich um die frage: welche schule passt besser zu unserem sohn, wo lernt er gerne, wo geht es ihm gut!?
wer möchte, kann sich ja mal durch meine beschreibung lesen und sich äußern.
unser sohn hat eine knappe gymempfehlung von 2,33 (D/2, M/2, SU/3), ist minimalist, lernt also so gut wie nie und auch nicht besonders gern. ansonsten ist er relativ selbständig (hausaufgaben ect.). die lehrer von 2 grundschulen (er hat letztes jahr gewechselt) halten ihn unabhängig voneinander für sehr intelligent, daran mangelt's also nicht. nur seine lerneinstellung (er möchte gerne gut sein, aber nix dafür tun ;-) ) und das sozialverhalten ist so lala. wenn ihm langweilig wird, stört er durch dazwischenreden oder schaltet ab. er ist ziemlich rechthaberisch, fühlt sich schnell ungerecht behandelt und gerät mit anderen kindern immer mal wieder in streit. fehler und kritik sind ihm ein graus, mit leistungsdruck kann er nicht besonders gut umgehen.
andererseits ist er bei neuen themen lernbereit, auffassungsgabe ist sehr gut, er arbeitet flott.
damit ihr einen kleinen einblick bekommt, hier eine kurze beschreibung der schulen:
integrierte gesamtschule (IGS) ohne oberstufe
- dieses jahr neubeginn mit fünf 5. klassen an einer haupt-realschule (läuft langsam aus)
- 5./6. klasse gemeinsamer unterricht aller schüler (haupt-real-gymempfehlung), wobei viele anmeldungen von kindern mit haupt- und realempfehlung und wenige mit gymempfehlung erwartet werden. ist noch sehr unklar.
- ab 7. klasse G- und E-kurs in mathe, ab der 8. in englisch, ab der 9. in deutsch
- 90-minuten-unterrichtseinheiten
- 3 x pro woche bis 15.30, kleine mensa vorhanden (catering), hausaufgaben soll es keine geben
- klassenstärke: 30 kinder, schulgröße zur zeit: ca. 650, später ca. 870 schüler
- schule liegt auf dem "platten land", busfahrt 20 min.
- schulklima durchwachsen, aber wohl ok
gymnasium
- ab diesem jahr als verbindliche ganztagsschule, vier 5. klassen
- schwerpunkte sprachen (zumindest englisch liegt unserem sohn), theater, kunst, musik; andere neigungsgruppen werden nach bedarf eingerichtet
- 3 x pro woche bis 15.30, mensa in benachbarter schule (lehrer geht mit zum essen), hausaufgaben nicht an langen tagen, bzw. nicht für den nächsten tag
- viele AGs
- 90-minuten-unterrichtseinheiten
- klassenstärke: 20-22 kinder, schulgröße zur zeit: ca. 1000 schüler
- schule liegt im stadtzentrum, busfahrt 30 min.
- schulklima sehr gut
großes problem: an das gym möchte unser sohn eigentlich nicht, da er dort keine kinder kennt. er ist in so einer situation sehr ängstlich. natürlich sollte sowas nicht als einziges argument gelten.
einerseits fragt man sich natürlich, ob sein kind den hohen anforderungen am gym gewachsen ist, andererseits sehe ich unseren sohn mit seiner bequemen art an der IGS so vor sich hindümpeln. zudem ist mir das schulklima sehr wichtig. sohnemann orientiert sich gerne mal an den "chaoten", ich befürchte, die trifft er vermehrt in der IGS.
das konzept einer integrierten gesamtschule finde ich eigentlich sehr gut, nur leider sehe ich bei der zur auswahl stehenden IGS keine ausgeglichene durchmischung der verschiedenen leistungsstärken und somit die gefahr, dass das niveau erheblich leidet.
ich bin unsicher, ob unser sohn stressresistent ist. man hört ja so allerlei "schlimmes" über G8. allerdings hoffe ich durch den ganztag und die stundenrhythmisierung auf "entspannung" des schulalltags.
freue mich auf eure meinungen. :-)
LG
Mo
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