Lehrermangel

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Immer mehr Eltern , versuchen ihren Kindern eine Privatschule zu ermöglichen.
von mariean (Eltern), 12. Okt 01:24
Und man muss sich doch mal fragen,warum?
Unsere Kinder gingen einige Jahre auf Staatlichen Schulen , mein Mann und ich mussten leider festellen , dass sich die Schulpolitik zurückentwickelt
Biste was , haben deine Kinder was davon , oder man kann sich mit den Lehrern alles schön reden , dann haben die Kinder gleich Pluspunkte.
Es läuft doch auf manchen Schulen so ab ,ich Lehrer , ich Chef , noch Fragen? Wo sind wir gelandet?
Nun gehen unsere Kinder auf Privatschulen , sie werden gefördert wo es nötig ist, ohne ihnen das Gefühl zu geben, frage nicht, du verstehst es eh nicht.Sie werden auch in ihren Stärken gefördert. Meine Kinder gehen wieder gerne zur Schule und das Lernen macht ihnen wieder Spass, so sollte es ja auch sein.Die Schulnoten bestätigen dieses und wir Eltern sind auch entspannter.
Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern wird viel Ernster genommen,die Lehrer rufen auch für Positive Ereignisse an, sonst hatte ich schon immer ein Vorhoflimmern, wenn ich den Nachnamen eines Lehres am Telefon gehört habe.
Wir sind Alle der Meinung (auch die Kinder) Das war die beste Entscheidung.
Man hat nur eine Kindheit.

Nette Grüße
aus Niedersachsen.
nochmal :)
von Alberto (Lehrer), 31. Aug 14:03
Link wurde gelöscht. Warum weiß ich auch nicht.
statt dessen: youtube mit Suchbegriffen: Pispers Lehrer
führt zum erfolg
:)
von Alberto (Lehrer), 24. Aug 16:58
http://www.youtube.com/watch?v=yaDmjESm3aA
Nun ja, das sitzt halt so drin
von Nick Knatterton (Eltern), 07. Aug 18:09
und entzieht einen einer genaueren inhaltlichen und sachlichen Würdigung.

Merke: suche bei jedem Sachargument einen moralischen Bumerang - zack redet man nicht mehr über die Sache sondern über persönliche Betroffenheiten.

Ich habe von mehreren Lehrern so in etwa folgende Formulierung die Situation betreffend gehört: "Da liegt einiges im Argen, aber näher möchte ich mich darauf nicht einlassen, denn ..." (merke, es geht hier um die sogenannte Loyalität).

Es ist schon erstaunlich, wie man mit persönlicher Betroffenheit und Nicht-dafür-verantfortlich-sein um die Dinge herum reden kann. Das ist eine richtige Kultur.

Aber noch ein Mal auf den Punkt: es geht hier nicht um ein einzelnes Rückrat, sondern darum, dass aus Geldinteressen (Milliarden für Puffbesuche und enorme Zukunftsgewinne aus dem Fenster geschmissen) die Zukunftschancen einer Jugend verdorben werden, denn alle wesentlichen Industrienationen sind uns in Punkto Bildung (Abiturientenquote, Studierende, Studienabschlüsse) sowie Ausgaben für Bildung und Forschung davongezogen. Kommen wir nicht direkt nach Brasilien?

Da sollte man doch meinen, dass Lehrer ihre eigene Lobby bilden und für Bildung kämpfen, statt sich in der Vermeidung von peinlichen Gefühlen bezüglich dieser Lage zu üben!
Rück-Rat bzgl. Rückgrat
von Alberto (Lehrer), 07. Aug 12:43
Hallo,
Aüßerungen wie "Aber Sie könnten einfach mehr Rückrat beweisen und in der Schule Klartext mit Eltern und Schülern reden." unterstellen, dass ich es nicht tue. Wie kommen Sie darauf?
Munterbleiben

(Die kleine ottogravische Klugscheißsserei konnte ich mir leider nicht verkneifen ;) )
Na siehste -
von Nick Knatterton (Eltern), 06. Aug 18:26
so schlimm wie in Japan isses hier noch nich - harr-harr-harr!

Meine Frau ist Japanerin und meine ältere Tochter geht gerade voller Freude für ein Jahr nach Japan in die Schule. Einige Fakten: Lehrer haben in Japan Anwesenheitspflicht von 8-17 Uhr. Dafür haben sie auch einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz an der Schule (inkl. Laptop). das Lehrerzimmer steht jederzeit offen und jeder Schüler kann jeden Lehrer ansprechen, wenn er Hilfe benötigt und jeder Lehrer ist gehalten, sich um die Belange der Schüler zu kümmern. Es gibt exakte Lehrpläne, die den Schülern je Halbjahr vorgstellt werden und auch eingehalten werden, Unterrichtsausfälle sind praktisch ein Fremdwort.

Da Sie ja Lehrer sind, vergleichen Sie mal: das Lehrerzimmer ist verschlossen. Die wenigsten Kollegen sind für Schulsauberkeit etc. zuständig bzw. haben gerade keine Aufsicht. Dafür kann es vorkommen, dass sie während einer Freistunde verschwinden und dann nicht erreichbar sind (alles Originalerlebnisse). Es gibt häufig halbjährliche Lehrerwechsel und jeder stochert irgenwie im Stoff herum. Ja es gibt sogar einige Lehrer, bei denen man eine durchgehende Systematik erkennen kann. Andere aber kleckern kreuz und quer durch den Stoff und legen zwecks Vorbereitungsentlastung auch mal zwei Stunden hintereinander eine Karikatur auf den Tisch und "diskutieren" mit den Schülern darüber (Englischunterricht), wobei nicht ein Mal ein besonderes Vokabularium dafür vorbereitet wird.

Meine Tochter wird von einer Delegation, nämlich Betreuungslehrer, Gatseltern und einem Stadtvertreter am Flughafen in Empfang genommen. Eine Japanerin, die hier Gastschülerin war, musste alleine zurecht kommen. Und als sie nach einem halben Jahr eine Arbeit mitschrieb (auf Deutsch, 10. Klasse), meinte der Lehrer, warum sie nicht mehr geschafft hätte. Ein chinesischer Gastschüler wurde im Politikunterricht darauf angesprochen (vom Lehrer natürlich), dass China durch Produktpiraterie einen enormen Schaden anrichtet.

So, und nach der Blitzableitung auf Japan, welcher Teutsche würde schon ohne einen kleinen Seitenhieb auf Dritte seinen Opponenten angehen, kommt dann die Stellenmisere zur Sprache. Meine Töchter gingen (Gott sei Dank gingen!) in Niedersachsen zur Schule. Meine ältere Tochter war 1. G8-Jahrgang. Im Zeitraum Januar bis März ermittelte ich einen Unterrichtsausfall von 14,5%, allerdings rechnete ich frecherweise auch Stunden ohne Lehreranwesenheit dazu, die offiziell als Unterricht liefen, weil der Kollege eine Aufgabe hat reinreichen lassen.

Sehen Sie, für solche Dinge würde sich ein Japaner entsetzlich schämen. Aber was kann man nicht alles mit Ideologie verdrehen! Und was ist besser geeignet, die Japaner zu verteufeln, als ein Roboter!

Es ist eine Schande, wie dieses Land mit seiner Jugend und seiner Zukunft umgeht. Und, Herr Lehrer, ja fast Herr Kollege, da können Sie nicht ein Mal etwas dafür. Aber Sie könnten einfach mehr Rückrat beweisen und in der Schule Klartext mit Eltern und Schülern reden.

Aber nein, der Teutsche hat immer Angst vor der Obrigkeit: bei einer Unterschriftensammlung für die Verbesserung der Unterrichtsqualität wollte ein Vater nicht unterschreiben. Als ich fragte warum, sagte er, er sei Polizist und man wisse ja nicht .... ja man weiß wiklich nicht, welchen Schaden man erleiden kann, wenn man seine Verfassungsrechte in Anspruch nimmt! Das war in der DDR auch schon so!
neues
von Alberto (Lehrer), 06. Aug 14:09
Schulstart: In der Pflicht - von JÖRG KALLMEYER
In Japan macht derzeit eine ganz besondere Lehrerin Schlagzeilen. „Saya“ heißt sie, und sie weiß alles. Gesteuert wird sie von einem Mikrochip, ihr Gesicht ist eine Maske aus Latex. 18 Motoren sorgen dafür, dass „Saya“ den Grundschülern in Tokio schon mit dem Mienenspiel zeigen kann, ob sie etwas richtig oder falsch gemacht haben. Der Lehrerroboter, so liest man, könnte Asiens Antwort auf den Pädagogenmangel sein. Keine Sorge: Ganz so schlimm ist die Lage noch nicht, wenn die Kinder in Niedersachsen heute zurück in die Schulen kommen. Es erwarten sie weiterhin Lehrer aus Fleisch und Blut – und es sind viele neue Gesichter dabei. 2500 ausscheidende Lehrer sind durch Nachwuchskräfte ersetzt worden, 500 zusätzliche Lehrerstellen hat die Landesregierung in letzter Minute geschaffen. Dass da die eine oder andere Personalakte erst in den letzten Ferientagen in den Schulen eingetroffen ist, lässt sich verschmerzen. Wenn die Lehrergewerkschaft hier gleich das „Chaos“ heraufbeschwört, ist das übertrieben. Zugleich aber ahnen alle, dass auch der jüngste Kraftakt der Landesregierung zur Lehrerversorgung nicht ausreichen wird, um wirklich Ruhe in die Schulen zu bringen.
Spiel mit dem Feuer
Die Regierung Wulff hat mit dem Feuer gespielt, als sie im abgelaufenen Schuljahr die Versorgung mit Lehrern ins Minus rutschen ließ. Lehrer und Eltern gemeinsam auf den Barrikaden – das ist kein gutes Vorzeichen für die nächsten Kabinettsrunden, die wegen wegbrechender Steuereinnahmen zu Sparrunden werden müssen. Dabei sind nicht alle Probleme in Niedersachsen hausgemacht. Bei der Unterrichtsversorgung kämpfen die Bildungspolitiker an zwei Fronten: Auf der einen Seite fehlt das Geld (oder die Bereitschaft), neue Lehrer einzustellen. Auf der anderen Seite fehlt es, wenn denn neue Stellen geschaffen werden, an geeigneten Kandidaten. Dass etwa Mathe- und Physiklehrer am Gymnasium fehlen, ist für viele Eltern, die ihre Kinder auf diesen Schulen haben, ein schlechter Witz. Sie selbst haben Unterricht vor dem Fernsehgerät gehabt, weil es in den siebziger Jahren schon einmal einen akuten Lehrermangel gab. Gelernt hat man daraus offenbar wenig. Die Achterbahnfahrt auf dem Lehrer-Arbeitsmarkt hat Tradition. „Schweinezyklus“ nennen Experten den Wechsel zwischen Mangel und Überangebot an Bewerbern: Entweder führt das Lehramtsstudium direkt auf eine Beamtenstelle – oder ans Steuer eines Taxis. Derzeit geht es den Schulbehörden nicht anders als Unternehmen, die händeringend nach Ingenieuren suchen. Auch in der Wirtschaft hat das Auf und Ab für die naturwissenschaftlichen Berufe Tradition; auch hier gibt es eine mangelhafte Nachwuchsplanung. Während in der Wirtschaft aber die eine oder andere Hängepartie noch zu überbrücken ist, hat sie in den Schulen fatale Folgen: Ganze Schülerjahrgänge werden abgehängt.
Wo bleibt die Planung?
Umso unverständlicher ist es daher, dass so wenig Mühe in eine verlässliche Personalplanung für die Schulen gesteckt wird. Dass mehr als die Hälfte aller Lehrer heute über 50 Jahre alt ist und in den nächsten Jahren eine gewaltige Pensionierungswelle durch die Lehrerzimmer rollt, war schon vor zehn Jahren absehbar. Oder hat man damals etwa geglaubt, dass es bald keine Schüler mehr geben wird? Dieser Mangel an Nachhaltigkeit lässt die Zweifel an einer Schulpolitik wachsen, die sich zunehmend in Einzelfragen verzettelt. Der Wettbewerb der Länder in Bildungsfragen wird dabei zu einem Verteilungskampf; Föderalismus erscheint als Freiheit, nicht aus den Fehlern anderer lernen zu müssen. Der Lehrermangel und die Verbesserung des Schulsystems sind längst zu einer nationalen Aufgabe geworden. Von den bisherigen Vorschlägen zur kurzfristigen Behebung des Lehrermangels sollte man sich nicht zu viel erhoffen. In Niedersachsen sind die überzähligen Förster, die dazu in der Lage waren, schon zu Biologielehrern umgeschult worden. Auch bei anderen Seiteneinsteigern sind die Erfahrungen eher ernüchternd. Die Botschaft, die der Staat in seiner Not aussendet, ist zudem die falsche: Lehrer kann im Zweifel jeder werden. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Es geht nicht nur darum, überhaupt Nachwuchs für die Schulen zu gewinnen. Es muss darum gehen, dass die Besten unterrichten. Die einzige nachhaltige Lösung für den Lehrermangel hat der Staat selbst in der Hand. Er muss dafür sorgen, dass der Lehrerberuf so anerkannt und attraktiv ist, dass ein Mangel an Bewerbern irgendwann undenkbar ist.
HAZ 06.08.2009
Das glaub ich nicht
von mausi12 (Eltern), 24. Jun 21:42
Angst vor Veränderrungen, ich würde das nicht Anpassungsfähig nennen. Und wenn 3 Überstunden die Qualtät mangeln lassen frage ich mich nur welche Qualität bitte, die gibt es doch schon lange nicht mehr. In der Freien Wirtschaft würden Lehrer untergehen wie Steine, weil sie einfach zu unflexibel sind und an Einfühlungsvermögen fehlt es ihnen auch.

Klinkt doof ist aber so.
neues!?
von Alberto (Lehrer), 22. Jun 11:47
Schulen sollen jährlich neue Klassen bilden

Hannover. Eltern von Erstklässlern konnten bislang sicher sein, dass ihre Kinder zumindest zwei Jahre lang dieselbe Klassenlehrerin haben. Ab diesem Sommer könnte das anders werden. Denn nach dem Willen von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) sollen Schulen künftig nach jedem Schuljahr Klassen neu bilden können. Bislang war das nur nach jedem zweiten Schuljahr möglich. Dies ist ein Punkt des Maßnahmenpakets, mit dem das Land bis 2011 die Unterrichtsversorgung sicherstellen will, da die Schulen so die Klassenobergrenzen besser ausreizen können. 190 Vollzeitlehrerstellen sollten so erwirtschaftet werden, 150 sind es schon. Aber bei Elternvertretern und Lehrerverbänden stößt die geplante Änderung des Klassenbildungserlasses auf Widerstand. „Um die Unterrichtsversorgung zu sichern, soll das bewährte Prinzip der Unterrichtskontinuität aufgegeben werden“, kritisiert der Vorsitzende des Landeselternrats, Pascal Zimmer. Gerade Kinder in besonders sensiblen Phasen seien davon betroffen, beim Übergang von der 1. in die 2. Klasse, vor der Entscheidung über die Schullaufbahnempfehlung nach der 3. Klasse, nach dem Wechsel an eine weiterführende Schule von der 5. in die 6. Klasse und in der Hochphase der Pubertät zwischen Klasse 7 und 8. „Es zählt nur die Statistik, nicht die Pädagogik“, kritisiert auch Eberhard Brandt, Vorsitzender der Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung (GEW). „Schüler sind keine Schrauben, die man in verschiedene Kisten sortiert.“ Umbildungen brächten immer Unruhe, sagt der GEW-Chef: „Das kann eine Klasse unter Umständen um ein halbes Jahr zurückwerfen.“ Heidrun Korsch von der Direktorenvereinigung und Gitta Franke-Zöllmer vom Verband Bildung und Erziehung halten die Erlassänderung ebenfalls für problematisch. Auch bei den Schulleitern bringt der neue Erlass, der zwar bis zum 8. Juli noch in der Anhörung ist, aber dennoch schon zum neuen Schuljahr schon greifen soll, Unruhe: „Pädagogisch vernünftig ist das nicht“, sagt Enno Dargatz, Leiter der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Hannover. Und Wolfgang Weber, Leiter des Albert-Einsteins-Gymnasiums in Hameln, meint: „Jede Klassenneubildung bringt Veränderung, und Schüler und Eltern haben Angst vor Veränderung.“

18.06.2009 / HAZ
Überstunden und Überstunden und freie Wirtschaft
von Alberto (Lehrer), 10. Jun 15:46
Hallo Sunflower.
Das Land Niedersachsen kann als monopolistischer Anbieter der "Ware" Bildung so gut voraus planen wie es sich andere Unternehmen nur wünschen können, da es den Bedarf mit mindestens 6 Jahren Vorlauf aus den Geburtsstatistiken kennt und seine "Angestellten" weder kündigen (Monopol!) noch streiken können. Überstunden, die durch Erkrankung oder andere Ursachen wie Klassenfahrten etc. kurzfristig entstehen, werden von den Lehrern auch kurzfristig geleistet. Das sind die erwähnten 700 pro Halbjahr, die aber nicht das Problem sind.
Zur Arbeitsbelastung von Lehrern gibt es unabhängige Untersuchungen, die im Internet veröffentlicht sind. Es zeigt sich bereits jetzt, dass die momentane Arbeitsbelastung der Qualität abträglich ist. Sollten die Lehrer dazu verpflichtet werden z.B. 2 Unterrichtsstunden pro Woche, die man getrost als mindestens 3 Zeitstunden ansehen darf, mehr zu leisten, wird das die Qualität des Unterrichts sicher nicht steigern.
Die statistische Unterrichtsversorgung liegt derzeit - von Schule zu Schule verschieden - deutlich unter 100%, was bedeutet das schon jetzt regulärer, d.h. planmäßiger, Unterricht ausfällt, wobei kurzfristige Vertretung keinen Fachunterricht ersetzen kann. Was leider in keiner Statistik auftaucht ist die "Fachunterrichtsversorgung", das heißt der Prozentsatz des Unterrichts, der von Lehrern gegeben wird, die das Fach auch tatsächlich einmal studiert haben und "nicht nur" sich bereit erklärt haben / überredet wurden ein ihnen fremdes Fach zu unterrichten. Von dem Bereich aus, über den ich persönlich einen Überblick habe, würde ich sie durchschnittlich auf ca. 70% und in den Fächern Physik, Chemie, Mathematik und Informatik auf ca. 30% schätzen. (Ich war längere Zeit der einzige "studierte" Physik- und Chemielehrer an einer Schule mit 24 Klassen, von denen 5 von mir in Physik und Chemie unterrichtet wurden. Der restliche Unterricht fiel ersatzlos aus oder wurde "fachfremd" unterrichtet.) Überstunden, zu denen man z.B. Deutschlehrer verpflichtet, helfen da wenig.
Das Land Niedersachsen hat es, obwohl mehrfach darauf hingewiesen, planerisch versäumt dem vorzubeugen. Sicher kann man "den Betrieb am laufen halten" indem man das letzte aus den eigentlich Arbeitenden herausholt, jedoch halte ich es nicht für zielführend, wenn man eine gute Ausbildung und nicht nur eine Verwa(h)rung der Schüler anstrebt.
Die letzten 10 Jahre haben für die vom Land Niedersachsen beschäftigten Lehrer eine Erhöhung von 20% der Arbeitsbelastung (Arbeitszeitkonto, größere Klassen und "lustige" Erlasse) sowie eine Verringerung der Bezahlung um ca. 20% (Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld, Null- d.h. inflationsbedingte Minusrunden, Kürzung der Beihilfe im Krankheitsfall etc.) gesehen. Unterm Strich erhalten Lehrer zur Zeit also nur noch 80 Geldeinheiten pro 120 Arbeitseinheiten, was einer effektiven Gehaltskürzung von ca 33% entspricht. Wären wir in der viel gepriesenen freien Wirtschaft und könnten unseren Arbeitgeber wechseln und für bessere Bezahlung streiken sähe das wahrscheinlich anders aus ... Insgesamt macht das hoffentlich zumindest nachvollziehbar, warum die Arbeitsmoral stellenweise schlecht und die Bereitschaft für Überstunden gering ist. Dazu kommt, dass die die den Mangel vertreten müssen, natürlich auch sehen, dass die Qualität leidet - und glauben Sie mir, es macht keinen Spass seine Arbeit aus Zeitmangel nicht optimal erledigen zu können.
Das angedeutete Argument "Woanders wird es auch gemacht, also warum nicht hier auch!" zieht nur bedingt, da einerseits "Äpfel mit Birnen" verglichen werden und andererseits hier auch nicht die Sharia mit dem Hinweis "die gilt woanders auch" eingeführt wird. In diesem Sinne: Schöne Fahrt im Dienstwagen und viel Spaß auf der bezahlten Betriebsfeier!
Lehrer und Überstunden!
von sunflower (Eltern), 06. Jun 01:54
Lehrer und Überstunden, ein Thema für sich!!!!

Lieber Alberto und an alle Lehrer hier im Forum!
Neulich, an unserer Schule, gaben die Lehrer die Überstunden bekannt, die sie innerhalb eines halben Jahres geleistet hatten!
Eine erstaunliche Zahl von 700 Stunden auf das Lehrerkonto!

700 Überstunden dividiert durch die Anzahl der Lehrer = gar nix!!!!!!!!

In der "freien Wirtschaft" gehören Überstunden zum Alltag!!!

Während einer Projektphase hat man schon mal 500 Überstunden in einem halben Jahr pro Person!

Und nun zum Ausgleich der Überstunden! Es ist schon eine Weile her, als ich damals Überstunden machte, doch die ersten 10 Stunden waren für den Arbeitgeber und ab der 11 Stunde wurden die Überstunden vergütet!

Willkommen in der "freien Wirtschaft"!

Bis dann!


Augen zu und durch!
von Nick Knatterton (Eltern), 10. Mär 08:05
So langsam scheint es den Menschen zu dämmern, dass die Herren nur noch Sorge tragen, sich selbst gut zu versorgen und gute Arbeit zu bescheinigen.

Und nach Ludendorf, Hitler und Nachkriegspropaganda sind die Menschen immer noch nicht in der Lage, LINKS zu wählen, obwohl inzwischen der Kapitalismus den Kommunismus an Absurdität bei weitem überholt hat, wie man an Kinderhandel etc. leicht sehen kann.

Nein, es ist ganz offensichtlich, dass die realen Verhältnisse niemanden oben interessieren, denn neben der "Wahlfalle" hat sich diese Kaste auch so gut gegen das Volk abgeschottet, dass man heute nicht mehr von Volksdienern sprechen kann, sondern von Herren, wo das Volk nur noch dienern darf.
perspektive?
von Alberto (Lehrer), 09. Mär 20:01
Kommentar zu Bildung … KMK / Lehrer: Mehr Respekt, bitte

Osnabrück (ots) -Eine Million Stunden Unterricht fallen in Deutschland aus. Jede Woche. Die Kultusminister haben in Stralsund nichts getan, um das zu ändern. Ihr Nichtabwerbepakt hielt nicht einmal ein paar Stunden - da kündigte Baden-Württemberg schon an, weiter in anderen Bundesländern auf die Suche nach Lehrern zu gehen.

Es ist ein Skandal, wie planlos die Länder seit Jahren mit dem Lehrpersonal umgehen. Derzeit fehlen bundesweit 20000 Pädagogen. Ihre Zahl wird weiter steigen, weil mehr als die Hälfte der 800000 Lehrer über 50 Jahre alt ist und absehbar ausscheidet. Doch statt jedes Jahr klare Bedarfsprognosen vorzulegen, versuchen die Minister, den Mangel zu verschleiern. Und sie verschweigen, dass sie für - sinnvolle! - bildungspolitische Versprechen wie kleinere Klassen sogar noch erheblich mehr Stellen schaffen müssten.

Dies alles zeugt von wenig Wertschätzung gegenüber dem Berufsstand. Das ist das eigentliche Desaster. Denn der Blick in Staaten wie PISA-Sieger Finnland zeigt, dass allein die hohe Anerkennung für Pädagogen in Politik und Gesellschaft es ermöglicht, sehr guten Nachwuchs für eine Karriere im Klassenzimmer zu gewinnen. Aus finanziellen Gründen wird dort keiner Lehrer. Auch hierzulande wird ein Chemiker oder Physiker in der Wirtschaft immer mehr verdienen können als in einer Schule. Doch kann die Lehrerarbeit reizvoller sein - wenn wir dem Beruf endlich auch das zollen, was er verdient: Respekt.

Neue Osnabrücker Zeitung, 07.03.2009
Aktuelles, aber nicht neues
von Alberto (Lehrer), 18. Feb 15:15
Wulff setzt Heister-Neumann unter Druck - Ministerpräsident erwartet von seiner Kultusministerin klares Konzept zur Zukunft der Hauptschule - Von Peter Mlodoch

Hannover. Der Druck auf Niedersachsens Kultusminister Elisabeth Heister-Neumann (CDU) wächst. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erwartet von der Ressortchefin klare Ansagen zur Zukunft der Hauptschule und zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung. Das Schicksal der Ministerin hänge entscheidend vom Ausgang der Kabinettsklausur kommende Woche ab, heißt es in Koalitionskreisen.
"Wulff hat kräftig auf den Putz gehauen", sagte ein CDU-Abgeordneter nach der Fraktionssitzung gestern in Hannover. Fünf Minuten, ungewöhnlich lange, habe der Regierungschef die Probleme auf dem Bildungssektor beschrieben und für nächsten Dienstag ein "umfangreiches Maßnahmenbündel" angekündigt. Die ehemalige Justizministerin, die das Kultusressort vor einem Jahr übernommen hatte und seither mehr als unglücklich agiert, war selbst nicht anwesend. "Auswärtige Termine", sagte ein Fraktionsmitarbeiter vieldeutig.
Die Baustellen sind gewaltig. Vor allem an den Gymnasien drohen massive Stundenausfälle. Der Markt für Lehrer in den Mangelfächern wie Mathematik ist leergefegt. Auf der anderen Seite sterben - insbesondere in den größeren Städten - die Hauptschulen aus; die Koalition sucht händeringend nach Kooperationsmodellen mit den Realschulen, ohne gleich eine ideologische Gesamtschuldebatte am Hals zu haben.
Heister-Neumann muss bis zur Kabinettsklausur Lösungen präsentieren. Für eine bessere Unterrichtsversorgung will sie unter anderem Teilzeitlehrer zu einer Aufstockung ihres Stundensolls bewegen, muss aber mit Blick auf den Koalitionspartner FDP jeglichen Zwang vermeiden. Im Gespräch ist auch die Neueinstellung von Lehrkräften - finanziert aus dem ländereigenen Aufstockungsprogramm zum Konjunkturpaket. Dafür allerdings müssten die gewünschten Lehrer auch verfügbar sein. "Wir dürfen den Leuten nichts vorgaukeln", warnt ein schwarz-gelber Schulexperte.
Das Ministerium selbst versucht sich in Zuversicht. "Wir arbeiten auf Hochtouren", betont ein Sprecher. Es gebe bereits vielversprechende Modelle zu Teilzeit und Schulstruktur. Details werde man jedoch vorerst nicht der Öffentlichkeit präsentieren.
Offenbar geschieht dies aber auch in den eigenen Fachabteilungen des Ministeriums nicht. "Die haben keine konkreten Arbeitsaufträge", berichtet verwundert ein Koalitionär. Heister-Neumann wurstele wohl lieber im kleinen Kreis ihrer Vertrauten vor sich hin, ohne die Machbarkeit ihrer Vorschläge von den Experten prüfen zu lassen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Kultusministerin ihre Personalvorstellungen im eigenen Hause gegenwärtig nicht durchsetzen kann - auch wegen des Widerstands des Personalrats. So ist ein Nachfolger für den als Staatssekretär nach Hessen verschwundenen Abteilungsleiter Hans-Wilhelm Brockmann nicht in Sicht; auch die Beförderung von Heister-Neumanns Büroleiterin Jessica Laß zur Vize-Leiterin der wichtigen Grundsatzabteilung steht noch aus.
Die Angriffe der Opposition nehmen sich dagegen fast schon harmlos aus. Diverse Anträge sollen die Ministerin heute im hannoverschen Landtag in die Enge treiben. Die SPD will "die Förderung eines regional ausgeglichenen vollständigen Schulsystems", die Grünen verlangen mehr Gesamtschulen, die Linken wollen "die Restschule verhindern".
Das seien alles ideologische Scheingefechte, meint dazu der Ministeriumssprecher. Seine Chefin werde die passende Antwort darauf schon parat haben. "Selbstverständlich wird sie im Landtag Stellung beziehen."

Weser Kurier 18.02.2009

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Land plant "Profilschulen" und mehr Lehrerstellen / Landesregierung sucht nach Ausweg aus der Schulmisere – Wulff macht Druck - Von Michael Ahlers

HANNOVER. Um noch mehr Stundenausfall im neuen Schuljahr zu verhindern, will Niedersachsen offenbar zusätzliche Lehrerstellen schaffen.

"Es ist eine der denkbaren Möglichkeiten, Lehrer aus dem Konjunkturpaket zu bezahlen", hieß es gestern aus Koalitionskreisen. Dies könne eine bessere Bezahlung, aber auch zusätzliche Stellen betreffen.

Zum neuen Schuljahr fehlen mindestens 1500 Lehrer. Intern ist die Rede von mehreren hundert Stellen, die zusätzlich geschaffen werden könnten.

Die Stellen sollen zunächst offenbar aus sogenannten Aufstockungsmitteln des Landes zum Konjunkturpaket II finanziert werden. Die Misere in der Unterrichtsversorgung sowie die künftige Schulstruktur werden Hauptthema einer Klausurtagung des Landeskabinetts am Montag und Dienstag sein. "Wulff hat beim Thema Schule auf den Putz gehauen", sagte ein CDU-Fraktionsmitglied gestern nach einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion. Der Lehrermangel war gestern auch Thema im Landeskabinett. Regierungschef Christian Wulff hat von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) ein Konzept zur künftigen Schulpolitik gefordert.

Der neue FDP-Fraktionschef Jörg Bode hat eine Verpflichtung von Lehrern zu Mehrarbeit als Ausweg abgelehnt. Zusätzliche Stellen schloss Bode nicht aus. Heister-Neumann hat vor allem an Teilzeitlehrer appelliert, mehr Stunden zu geben. Dies soll besser bezahlt werden als bisher. Unter anderem sollen zudem Grundschullehrer in den Klassen 5 und 6 von Gymnasien unterrichten.

Den Schulträgern sollen offenbar weitgehende Möglichkeiten gegeben werden, Haupt- und Realschulen zu fusionieren. Intern ist auch von eigenständigen "Profilrealschulen" die Rede. Kleine Hauptschulen sollen aus Kostengründen möglichst nicht bestehen bleiben.

Goslarsche Zeitung, 18.02.2009
Lehrermangel in Deutschland
von laluna (Eltern), 18. Feb 12:37
Hallo,

Lehrermangel haben wir in ganz Deutschland, ich bin aus Bayern und es schaut bei uns genauso schlecht aus. Wir sind auf alle Fälle dabei, wenn ihr auf die Straße geht was den Lehrermangel angeht. Es ist unzumutbar was für Klassengrößen Lehrer in Deutschland haben.

Dass da Lehrer, Schüler und Eltern unzufrieden sind ist doch klar.

Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, um auf ein offenes Ohr bei den Politikern zu stoßen.

Über Anregungen würden wir uns sehr freuen.

LG
LaLuna
Lehrermangel
von Alberto (Lehrer), 14. Feb 10:28
Im neuen Schuljahr fehlen 1500 Lehrer - Grüne und SPD sehen Unterrichtsversorgung gefährdet / FDP will Überstunden besser bezahlen - VON SASKIA DÖHNER

Hannover. Der Lehrermangel in Niedersachsen nimmt dramatische Formen an: Ab Sommer werden rund 1500 Lehrerstellen fehlen, weil ein Großteil der Pädagogen die seit zehn Jahren gesammelten Überstunden sofort abbauen will. Darüber hat Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) am Freitag den Kultusausschuss des Landtages informiert. Im Haushalt sind allerdings nur 250 zusätzliche Stellen eingeplant. Heister-Neumann setzt darauf, die Unterrichtsversorgung aus dem System heraus zu sichern. So sollen beispielsweise Teilzeitlehrer freiwillig länger arbeiten oder Grundschullehrer künftig auch in Klasse 5 und 6 unterrichten. Neueinstellungen im großen Stil seien weder möglich noch nötig, sagte ein Ministeriumssprecher. Zum einen fehlten die Bewerber gerade in den Mangelfächern Physik, Mathematik, Latein und Chemie, zum anderen gelte der akute Engpass sowieso nur bis 2011. Nachdem der doppelte Abiturjahrgang die Schule verlassen habe, entspanne sich die Situation. Der Landeselternrat und die Bildungsexperten von FDP, SPD und Grünen sehen das völlig anders und sind alarmiert. Frauke Heiligenstadt (SPD) kritisierte: „Wir reden nicht über Kleinigkeiten, wir reden über rund 40 000 fehlende Lehrerstunden.“ Ina Korter (Grüne) sprach von einem „Offenbarungseid der Kultusministerin“. Die Regierung habe sich bei der Unterrichtsversorgung längst von „ihrem großspurig angekündigten 100- Prozent-Ziel verabschiedet“, sagte die Grünen-Politikerin. Eine 100-Prozent- Unterrichtsversorgung bedeutet nicht, dass an den Schulen auch wirklich keine Stunde ausfällt. Denn Krankheitsfälle und Schwangerschaften sind in die Statistik nicht mit einberechnet. Korter forderte, mehr Stellen zu schaffen, zumal nicht nur 1500 Stellen fehlten. Durch die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur, den Ausbau der Ganztagsschulen und die Herabsetzung des Einschulungsalters kämen noch weitere 200 bis 300 fehlende Lehrerstellen hinzu. Die SPD fordert deshalb auch, insgesamt mindestens 2000 zusätzliche Lehrer einzustellen. Korter schlug vor, Feuerwehrlehrer nicht mehr mit kurzfristigen Verträgen abzuspeisen und sie vor den Ferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Sie sollten wenigstens Jahresverträge erhalten. Landeselternratsvorsitzender Matthias Kern sagte, nur über ein richtiges Anreizsystem würden mehr Lehrer nach Niedersachsen kommen. Vorstellbar seien Zulagen und Umzugshilfen, aber auch eine deutlich bessere Vergütung von Mehrarbeit. Es bestünde zwar die Gefahr, dass andere Landesbedienstete wie Feuerwehrleute und Polizisten sich dann benachteiligt sähen, räumte Kern ein: „Aber besondere Not erfordert besondere Maßnahmen.“ Auch die FDP will Lehrer, die freiwillig Überstunden machen, besser bezahlen. Bislang bekommen Pädagogen Mehrarbeit erst ab der fünften Stunde vergütet. Vier Überstunden werden also unentgeltlich geleistet, danach erhält beispielsweise ein Gymnasiallehrer einen Bruttolohn von 26,20 Euro für eine Überstunde. Für reguläre Unterrichtsstunden sind es dagegen im Schnitt jeweils 38 Euro. „Wenn wir wollen, dass Lehrer mehr arbeiten, müssen wir uns an diesem Wert orientieren“, sagte der liberale Bildungsexperte Björn Försterling. Im Kultusministerium hieß es, noch sei unklar, wie viele Stellen tatsächlich im neuen Schuljahr fehlten. Am 24. Februar werde Heister-Neumann ein detailliertes Konzept zur Sicherung der Unterrichtsversorgung präsentieren.

HAZ 14.02.2009

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