Lese / Rechtschreibschwäche

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Barbarische Vernichtung sensibler Lese- und Schreibtalente
von f.j.neffe (Lehrer), 03. Mai 16:45
Offensichtlich wachsen die Schreib- und Lese- und weiteren Probleme in der Schule ständig weiter. Machen wir etwas verkehrt? Diese Frage taucht seltsamerweise in der Pädagogik nie auf.
Bei meinen 35 Jahren Recherchen für die neue Ich-kann-Schule ist mir extrem aufgefallen, dass man in unseren Schulen zum ErZIEHen DRUCK macht; diese Verwechslung von Gas- und Bremspedal fällt aber niemand mehr auf, sie ist quasi obligatorisch.
DRUCK kann Probleme (und Menschen) aber nur komprimieren - das ist das exakte Gegenteil von Lösung. Unter DRUCK wächst nichts, auch keine Persönlichkeit; die muss dafür gegen den DRUCK aufbegehren und das wird ja von der Pädagogik nicht als sinnvolles Lebenszeichen gesehen sondern als pathologisches.
Unter DRUCK lernt man logischerweise BEDRÜCKT. Daraus resultieren schnell Trotz-, Wut-, Ohnmachts-, Minderwertigkeits-, Angst-, Versagens- u.ä. Gedanken und Gefühle. Und nun kann unser Gedächtnis nicht auswählen. Es muss immer ALLES speichern in der Qualität, wie es kommt.
Wenn Otto bei seiner Diktatübung "alles Scheiße und zum Kotzen" findet, wenn er voll aufgestauter Aggression ist, wenn er resigniert und Angst hat,..... dann speichert sein Gedächtnis die Merkwörter in einem riesigen Misthaufen von Kotze und Scheiße und Aggression und Angst und Resignation. Wie soll er die Wörter beim nächsten Diktat in diesem Misthaufen finden?????
Unsere Pädagogen sind durch Ausbildung und Dienstvorschrift geblendet und abgelenkt von der Realität, die sie selbst ständig zu ihren eigenen Ungunsten produzieren. Man lernt gar nicht Schreiben & Lesen bei ihnen, nein! Man lernt mit Hilfe von Schreib- und Leseübungen, dass Schreiben & Lesen zum Kotzen ist.
Man übt nicht Lesen & Schreiben sondern sich den Lese/Schreibübungen zu UNTERWERFEN.
Ein natürlicher, sinnvoller, im Idealfall beglückender Lernprozess wird durch Unterrichtsvollzug pervertiert und neurotifiziert. Dass die Rechtschreib- und sonstig beteiligten Talente damit in die Flucht geschlagen werden, stört im blinden Eifer niemand. Man frönt dem Wahn, die Kinder könnten es IMMER NOCH NICHT und manche lernten es nie, dabei können sie es infolge dieser Barbarei NICHT MEHR.
Wenn ich den barbarischen Umgang mit den Talenten durch Achtung, Anerkennung, wohlwollendes Interesse austausche, kehren die verprellten Kräfte bei Stärkung, respektvollem Umgang und guter Pflege zurück und wachsen. Das lässt sich ggf. sehr einfach und schnell demonstrieren.
Die sog. Legastheniker können oft viel besser schreiben als ihre nicht so sensiblen Mitschüler. Wenn ich mit ihren FEINEN Talenten FEIN umgehe, zeigt sich das in der Regel sehr bald.
TALENTE sind MENSCHLICHE Kräfte und brauchen MENSCHLICHE Qualität im Umgang; genau hier hat die Pädagogik mit ihrem "objektiven Getue" nichts zu bieten. Menschlich verhungern die Talente bei ihr. Ich gebe ihnen dagegen reichlich Stärkung und dadurch bekomme ich andere Ergebnisse. Interessanterweise erreichen die betroffenen Kinder ihre Verbesserung ohne weiteres auch ohne und notfalls sogar während schlechter Behandlkung durch die Schule. Es muss nur etwas Entscheidendes auf der MENSCHLICHEN Ebene geschehen.
Legasthenie ist nur die äußere Erscheinungsform des inneren Problems; das tatsächliche Problem ist nicht die sog. Legasthenie. Indem die Pädagogik dauernd diese Legasthenie umtanzt wie das Goldene Kalb, widmet sie ihre Kräfte dem verkehrten Problem und missachtet das tatsächliche. Genau deshalb wird es immer schlimmer je besser sie es macht.
Es macht Freude, die Lese- und Schreibtalente der Kinder hervorzurufen, zu entfalten und zum Wachsen zu bringen. Ohne den üblichen Unterrichtsvollzug geht das einfach und ganz praktisch. Man muss nur durch sein Tun bestätigt bekommen, dass man gebraucht wird und geschätzt wird. Das soll hier als Anregung genügen. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Begründungen?
von Mütterchen (Eltern), 05. Okt 19:32
Hallo,
wie begründet denn die Kl den Förderbedarf? Sind es "nur" dir Folgen von ADS und LRS? Oder gibt es noch weitere "Schwachstellen"? Geht es um ein Verfahren in Richtung E-Schule (Förderschwerpunkt emotionales und soziales Lernen - ADS) oder LB-Schule (Förderschwerpunkt Lernen)?
Wie sind die schulischen Leistungen insgesamt? Gibt es massive Verhaltensprobleme?
Diese Fragen sollte die Klassenlehrerin beantworten, damit ein wenig Klarheit in die Situation kommt!
Nicht aufgeben, andererseits ist eine Förderschule nicht immer die schlechteste Lösung (lässt sich aber nicht pauschal beantworten). Ich kenne Kinder, die von unserer HS zur Förderschule gewechselt haben, und nun endlich wieder Zufriedenheit und Selbstbewusstsein entwickelt haben. Sie machen ihren Schulabschluss, nur dauert das vielleicht etwas länger.
Liebe Grüße, mütterchen
Hilfe weiss nicht mehr weiter
von bluemchen (Eltern), 05. Okt 13:28
Hallo zusammen , habe einen 9.jährigen Sohn der ADS und LRS hat und wo jetzt die Lehrerin ein AO-FS verfahren eingeleitet hat. Wer kann mir ein paar Tipps geben wie man da am besten mit umgeht? Weiß keinen Rat mehr. Lg
Das Denken verstehen
von Lieschen (Eltern), 28. Jun 11:36
Kann zum Thema eine sehr gute Webseite empfehlen. Sie beschäftigt sich zwar vornehmlich mit ADS/ADHS, aber eben auch mit Legasthenie und dort sind neue Ansätze zu finden.
http://www.integrationstheorie-und-adhs.de/
Gehirnverdrehung LOL
von Anyone (Eltern), 27. Jun 05:28
Zitat:"Es gibt noch eine Theorie zur Legastenie, das sei einfach eine links/rechts vVrdrehung im Gehirn, die ganz leicht zu beheben sei. Hat da jemand Erfahrung mit."

Da ich mich seit dreissig Jahren mit dem Thema beschäftige und davon noch nie gehört habe wage ich zu behaupten, daß dies Humbug ist. Vielmehr handelt es sich um eine Störung bestimmter Gehirnregionen, wobei die normalerweise für das räumliche Vorstellungsvermögen Zuständige Region die Kompensation übernehmen kann.
Diskussion
von papavonvier (Eltern), 22. Apr 18:24
war heute das erste mal wieder hier im Forum und freue mich über eure Beträge, danke. Mit ausgeprägter Legastenie meine ich, das es bei ihm stärker ist als bei den anderen Kindern mit dem Problem, die ich kenne.
Zum Thema LOS, da war unserer auch, Regeln hat er gelernt, gebracht hat es aber eigentlich nichts, ausser dem LOS, ist nicht ganz billig.
Es gibt noch eine Theorie zur Legastenie, das sei einfach eine links/rechts vVrdrehung im Gehirn, die ganz leicht zu beheben sei. Hat da jemand Erfahrung mit.


Merkmale?
von SumSum (Eltern), 21. Apr 09:43
Hallo Jogi,

ja das sieht so aus, lässt sich aus der Ferne aber schwer genau einschätzen. Legasthenikern fehlt oftmals nicht Fachwissen, sondern sie nehmen ihre Fehler nicht wahr. Das ist ein Grundproblem der Legasthenie - Wahrnehmungsverzerrungen treten auf! Ob Ihr Kind nun wirklich ein legasthenes Problem hat, kann ich, wie schon gesagt, aus der Ferne nicht beurteilen. Die Art der Fehler machen mich allerdings nachdenklich. Das müsste man sich mal genau anschauen. Wie alt ist Ihr Kind? Wie gut und gerne liest es Bücher? Versteht es Aufgabenstellungen problemlos? Wie sieht es mit seinen organisatorischen Fähigkeiten aus? Ich meine damit eine zeitliche Einteilung, das Abschätzen und Einhalten von zeitlichen Vorgaben. Kann es sein Gleichgewicht (auf einem Bein stehend) halten? Das sind einige Dinge, die man sich genau betrachten müsste.

Viele Grüße
Jana
Merkmale ?
von Ajogi (Eltern), 20. Apr 10:57
Hallo,

kann es eine Art v. Legasthenie sein, wenn ein Kind einfach Buchstaben vergisst, Groß- Kleinschreibung verwechselt (bei Nachfragen, dann aber richtig macht...), oder Dinge wie Rrauch schreibt und das nicht sieht ?

Danke für Tipps,
Jogi
Bekannte Problematik
von SuseM (Eltern), 08. Apr 15:12
Das Problem kenne ich auch. Wir hatten allerdings ein großes Glück, dass unser zweiter Sohn schon im Grundschulbereich auffällig wurde. Seit über einem Jahr bekommt er regelmäßig (1x / Woche) eine Lerntherapie, die seit letztem Monat auch vom Jugendamt übernommen wird. Es ist ein langer, steiniger Weg; aber er lohnt sich.
Fast in jedem Kreis gibt es einen Legastheniebeauftragten. Vielleicht kann der ja vermitteln und weitere Hilfestellungen leisten...

Viel Glück!
Liebe Grüße
Suse
Legasthenie
von SumSum (Eltern), 08. Apr 12:02
Hallo papavonvier,

mein Sohn ist ebenfalls Legastheniker (jetzt 18 Jahre). Die Korrektur seiner legasthenen Symptome haben wir erst im Alter von 16 Jahren begonnen. Leider habe ich erst so spät bemerkt, wo seine "wirklichen" Probleme lagen. Die Lehrer haben 10 bzw. 12 Schuljahre nichts bemerkt. Seine schlechten Leistungen wurden immer auf die Faulheit geschoben. Zwischenzeitlich habe ich ein Fernstudium zum Legasthenietrainer abgeschlossen und mein Sohn hat seine großen Probleme auf ein Minimum reduziert und wird dieses Schuljahr ein gutes Abitur ablegen.

Zu Ihrem Sohn:
Aus der Ferne ist es natürlich schwer bis unmöglich eine konkrete Hilfestellung zu geben. Keinen "Bock" mehr zu haben ist die logische Konsequenz aus jahrelangem Aufwand und "geernteten" Misserfolgen. Was heißt: "Ich tue wenig und erhalte schlechte Ergebnisse, ich gebe mir Mühe und tue viel und erhalte auch schlechte Ergebnisse." Ich glaube jeder fängt dann irgendwann an, an sich selbst zu zweifeln und entscheidet sich natürlich für den Weg mit dem geringeren Aufwand. Also tut nur noch das Nötigste.
Ein Verhalten knacken ist schwierig. Ihr Sohn muss wollen. Das ist die wichtigste Voraussetzung. Das Wollen ist natürlich von Erfolgserlebnissen abhängig. D. h., wenn er keine Erfolgserlebnisse bekommt, wird die Motivation mehr als das Nötige zu tun nicht vorhanden sein. Um die Motivation zu steigern, braucht es die richtige Methode. Nachhilfeunterricht ist für einen legasthenen Menschen die denkbar ungeeignetste Methode, geradezu kontraproduktiv! Legasthenie ist nicht gleich Legasthenie. Jeder Legastheniker hat sozusagen seine "eigene" Legasthenie. Er braucht ein genau auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Beratungsprogramm. Was nicht heißt, dass alles mal eben so schnell nebenher erledigt werden kann. Die Korrektur einer "gewachsenen" Legasthenie ist harte, zeitaufwendige, zusätzliche Arbeit. Sie lohn sich!
Mich würde interessieren, was Sie mit "ausgeprägter" Legasthenie meinen.

Jana
@ papavonvier
von Mora Sul (Eltern), 08. Apr 11:10

Wir haben unseren Sohn (13) zum LOS geschickt,aber ich glaube die nehmen nur jüngere Kinder.Fragen kostet ja nichts.Gelernt wird dort in sehr kleinen Gruppen mit Gleichaltrigen,viel am PC ect.Der Erfolg ist gut!Unser Sohn ist kein Meister aber er kommt zurecht(Deutsch:3) und hat auch wieder Spaß am Lesen.

Ansonsten kann man gerade diese Kinder mit überdurchschnittlicher Intelligenz nur bestärken,sie nicht fallen lassen.Denn das besorgt die Schule schon,die meist mit solchen Kindern überfordert ist.
Lese / Rechtschreibschwäche
von papavonvier (Eltern), 08. Apr 08:43
Mein Sohn hat ausgeprägte Legastenie, die Lehrer konnten speziell in der Grundschule nicht damit umgehen. Dies hat zu ausgeprägten Schulabneigung geführt. Ist jetz 16, es ist besser, aber trotz ausgetesteter überdurchschnittlicher Intelligenz hat er keinen Bock, mehr als das nötige zu tun.
Wer hat positive Erfahrung, wie man so ein Verhalten knackt

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