Lehrerplattform zum Austausch im Kollegium

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Unterrichtsvollzugsbeamter oder mitreißender Kinderführer
von f.j.neffe (Lehrer), 28. Sep 11:04
Ein Lehrer sollte neben Amtsdeutsch noch eine erste Fremdsprache lernen: Psychologisch. Wenn ihn jemand als "alte Scheiße" tituliert, dann könnte das auf Psychologisch heißen: "Mir geht es scheiße." oder "Dein Unterricht ist scheiße." oder beides oder noch einiges Wichtige. Als Ich-kann-Schule-Lehrer frage ich mich, warum "Lehrer" keine Botschaften über MENSCHLICHE Probleme wahrnehmen wollen.
Ich sage Lehrer. Wenn ich 100 Lehrer befragen würde, was das Wort LEHREN bedeutet, bekäme ich ziemlich wahrscheinlich von an die 98 verkehrte Antworten. Lehrer machen heute zumeist das gerade Gegenteil von LEHREN, und das den ganzen Tag. Ist es da so erstaunlich, dass sie auch ständig das Gegenteil erreichen? Wieso untersuchen sie nicht mal, ob das an der Qualität dessen liegt, was sie tun. Die Qualität ist zwar sehr oft spitze, aber nur im Hinblick auf formale Vorschriftsmäßigkeit. Eine perfekt gemachte SCHABLONE muss aber noch lange nicht MENSCHLICH VERTRÄGLICH sein.
Es ist einfach nur stur primtiv, wenn Lehrer jeden Nachmittag zu Hause für den nächsten Vormittag wieder genau die SCHABLONE konstruieren, von der sie doch wissen, dass sie damit jedesmal gescheitert sind und auch weiter scheitern werden. Für diese sture Dummheit dann auch noch den Schwarzen Peter weiterzuschieben, das zeigt, wie sehr man selbst noch ein "ewiger Musterschüler" ist, der in seinem Tun nicht über den formalen Auftrag hinauszudenken vermag.
Um aber selbst souverän handeln zu lernen, bräuchte man in der Lehrerausbildung erst einmal Leute, die das vormachen können. Was kann man von Papiertigern anderes lernen, als sich selbst stundenlang mit "Unterrichtsvorbereitungen" zu quälen, um dann seine Schüler damit zu quälen. Die aber sind doch einmal in die Schule gekommen um zu LERNEN. Nicht um was vermittelt und begebracht zu bekommen, nicht um sich jeden Tag unterwerfen und einfügen zu müssen sondern UM ZU LERNEN.
LERNEN kommt von germ. LAISTI = DIE FÄHRTE und bedeutet EINE FÄHRTE DES LEBENS VERFOLGEN, ERFAHRUNGEN MACHEN.
Einen wirklichen LEHRER unterscheidet vom Lernzielvollstreckungsbeamten, dass er selbst LERNT = auf interessanten Fährten des Lebens unterwegs ist und ihn das so begeistert,dass es andere ZIEHT, ihm von sich aus zu FOLGEN. Sich selber jeden Tag a) als Unterrichtstextdichter und dann auch noch b) als Vollstrecker dieser peinlichen "Gebrauchsprosa" aufzuspielen ist einfach nur erniedrigend. Es ist eine Schande, aus Menschen, die das Zeug zum Lehrer hätten, so etwas zu machen.
Was für ein Segen wäre es doch, es würde da wirklich am nächsten Tag keinen Unterricht geben! Es ist doch wirklich das Dümmste, was man machen kann, sich jeden Tag wieder aufs Neue dieselben Probleme aufzubauen und dann wie ein Baby in der Trotzphase die Schuld nur andern zuzuschieben.
Ich meine, wir Lehrer könnten ganz andere Dinge, wenn wir denn wirklich LEHREN würden. In der Ich-kann-Schule gilt: Probleme ERSCHEINEN nur als SACHprobleme, sie SIND aber immer MENSCHLICHE Probleme. Wenn wir die Augen aufmachen und hinschauen, sehen wir: Die Pädagogik löst immer nur die SCHEINprobleme und hat auf das SEIN keine Antwort. Das geht soweit, dass der "Lehrer" sich nicht nur um das SEIN der Schüler nicht schert sondern auch um das SEIN aller weiteren Beteiligten einschließlich seines eigenen SEINS. Er ist ein totaler SKLAVE DES KONSTRUIERTEN SCHEINS. Das kann sich einfach das Leben nicht gefallen lassen. Jeder Mensch hat in sich eine fürs Überleben zuständige Instanz und die wird dadurch ständig herausgefordert. Unterricht ist dauernde, energieraubende Konfrontation. Durch LEHREN & LERNEN ließe sich der ganze Stress sparen und es würde sich dabei etwas von selbst ergeben und die Atmosphäre vollkommen verändern, was die Schule durch ihren sturen Unterrichtsvollzug unablässig zerstört: SINN.
Mit SINN lernen beflügelt die Kräfte und erspart Energieverschleiß. Unterrichtsvollzugsbeamter oder mitreißender Kinderführer? Führer treiben nicht hinten mit der Peitsche an sondern gehen begeistert voraus.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
...
von Kennedy (Lehrer), 08. Feb 15:14
ich bin noch nicht fertig,


nebenbei gibt es dann noch elternsprechzeiten, am abend dann nochmal elternabend, notensitzungen, die alle nicht mit bezahlt werden und wehe am nächsten tag steht dann noch ne klassenarbeit an und das das gejammere:


mein kind hat ne fünf in mathe, warum denn?

ach, wir sollen nebenbei arbeiten gehen und meinem kind noch bei den hausaufgaben helfen

die mappe packen sollen wir dem kind auch noch und die hausaufgabenhefte kontrollieren

das kind hat ne sechs oder nen tadel mit nach haus gebracht? warum? fragen sie mal den lehrer, anstatt immer nur das kind "ich war es nicht, der lehrer war so unhöflich zu mir als ich ihn "arschloch" genannt habe!"

ihr kind fehlt öfters in der schule?
das fällt ihnen nicht auf? hallelujah!


die eltern sprechen kein deutsch und leben seit 20 jahren hier? tja, pech gehabt, sollte man nach zwanzig jahren aber schon können! aber sich bitte nicht aufregen, wenn man versucht hat ihnen zu helfen! aber wenn man immer nur bahnhof versteht, kann ich nichts dafür.

sie finden, dass wir alle schüler total lieb behandeln müssen? das tun wir, aber wir müssen auch alle fair behandeln. fällt einer aus dem raster, so passiert das nunmal, aber wir können nicht alles.

es ist uns zum beispiel aus datenschutzrechtlichen gründen verboten sie anzurufen in berlin, es sei denn, sie genehmigen dies vorher schriftlich. schriftlich ist auch nur der einzigste weg sie zu erreichen!

und wenn man nie zum elternabend kommt und das kind ist in den brunnen gefallen kurz vor schuljahresende, dann "gute nacht marie."

haben sie als eltern mal unseren job.....................


..
von Kennedy (Lehrer), 08. Feb 15:05
wenn sie frühmorgens zur schule gehen und sie würden mit den worten begrüßt werden "geh nach haus du alte scheiße", wie würden sie reagieren?


ein bisschen abgewandelt von volker pispers "lehrer"


leute, wer kein lehrer ist, der soll sich mal vor die klasse stellen für sechs stunden am tag und unterrichten.
dann gehen sie nach hause und machen für sechs klassen unterrichtsvorbereitung nach plan und korrigieren nebenbei hausarbeiten und müssen lernpläne für jeden einzelnen schüler erstellen.

kommen sie nach hause und erzählen sie nicht, sie sind nicht groggi von ihrer arbeit!!!!!!!!

ein lehrer MUSS jeden tag das machen, sonst gäbe es den nächsten tag keinen unterricht!!! so kommt man leicht auf 10 stunden arbeit pro tag!

und die fahrzeit hab ich noch nicht mal mitgerechnet.

sinnlose Schlammschlacht
von Hilde (Eltern), 08. Feb 13:27
Ich verfolge die Diskussionen hier seit langem mit Entsetzen. Der aufgestaute Hass auf Lehrer, die für viele Eltern als Blitzableiter für verfehlte Politik herhalten müssen, ist erschreckend und beschämend.
Divide et impera - das hat schon bei Caesar funtioniert: spalte und herrsche.
Würden sich Lehrer und Eltern zusammentun und geschlossen gegen die Ausbeutung und Verwirtschaftlichung von Kindern, Lehrern und Schule stehen, wäre der ganze bildungspolitische Wahnsinn nicht möglich. Stattdessen hackt man sich gegenseitig die Augen aus, auf dem Rücken unserer Kinder. Weil wir alle zu feige sind, gegen die falschen politischen Entscheidungen zusammenzstehen (zum Beispiel in landesweiten Schulstreiks), weil schlussendlich doch jeder seine eigene Suppe kochen will.
So wird das nix in Deutschland.
Wenn das so einfach wäre...
von mama63 (Eltern), 03. Feb 10:42
Hallo..
Leider ist das heutzutage kaum noch zu bewerkstelligen.Wenn man mit Lehrern sprechen möchte ,ist nur der Sprechtag möglich,oder man muss im Sekreteriat um einen Termin bitten.Wenn dann das Zeugnis kommt,erhält man ja alles wissenswerte.Mein Sohn hat im letzten Zeugnis 5 mal mangelhaft erhalten,ohne das wir (auch unser Sohn)etwas erahnen konnten.Darunter auch 2 Hauptfächer,wo die schriftlichen Noten andere Aussagen hatten.In den anderen Fächern ist er von einer 2 auf eine 5 abgefallen.Heute Abend (2Wochen später)haben wir einen Gesprächstermin.
Zusätzlich ist unser Sohn vor ca.4 Monaten von einem Lehrer im Unterricht geschlagen worden.Ich habe auf ein Gespräch mit dem Lehrer und dem Vertrauenslehrer gepocht,und musste sogar darum kämpfen.Ich war nur darauf bedacht,das Vertrauensverhältnis zwischen meinem Sohn und Lehrern allgemein wieder herzustellen.Der Lehrer hat sich entschuldigt und das wars dann.Wie es meinem Sohn damit geht ist einfach egal.Ich glaube das das ein großer Fehler war von mir.
Na ja, alles unter den Tisch kehren ist ja viel einfacher.
Alels müssen zusammenhelfen: Eltern , Lehrer und Schüler
von finifin (Eltern), 01. Feb 09:46
Hallo,
ich bin Mathematiklehrer an einer Realschule und Gott sei Dank auf einer Kleinstadtschule! Da ist die Welt noch halbwegs in Ordnug (leider aber auch nicht mehr ganz)!
Ich verstehe "Schulradar" durchaus als etwas Positives und als Chance für alle: Eltern, Schüler und Lehrer.
Ich glaube, dass ich zu den allermeisten Schülern ein positives Verhältnis habe (und ich glaube, das ist auch umgekehrt so). Leider ist das Verhältnis zwischen Eltern und Schüler nicht mehr so wie früher. Da war sicher Vieles nicht so toll, was die Lehrer pädagogisch gemacht haben. ABRE: Eltern und Lehrer haben wenigstens an einem Strang gezogen. Ein Beispiel, das ich selbst so erlebt habe, soll das verdeutlichen: Ich lies einen 11-Jährigen Schüler einen Eintrag nochmal schreiben, weil ein Großteil des Textes und die Zahlen wirklich unleserlich und verschmiert und durchgestrichen (und weiß der Kukukuck was noch) waren. Am nächsten Tag meldete sich bei mir die Mutter und meinte, also sie hätte den Eintrag schon noch entziffern können und was mir einfiele, dass ihr Sohn ja wohl bei mir Matheunterricht und nicht deutsch habe. Er habe so viele andere Sachen am Nachmittag zu erledigen (Fussball, Klavierunterricht, Schwimmkurs usw.). Da hätte er wirklich nicht auch noch Zeit für solch überflüssige Nachträge. Dass ich ihr Kind ja nicht einfach schikanieren wollte, sondern es dazu bringen wollte, dass es in Zukunft ordentlicher schreibt war ihr trotz mehrerer wohlwollender Anläufe nicht zu vermitteln. In der gleichen Woche telefonierte ich aus einem anderen Anlass mit einer Mutter aus der gleichen Klasse und deise meinte nebenbei: "Sagen Sie mal, achten Sie eigentlich gar nicht auf schöne Schrift? Ich finde das schon wichtig und hätte nichts dagegen, wenn sie meinem Sohn mal ein paar Seiten rausreisen würden und ihn diese nachschreiben ließen." Okeee! Und jetzt raten Sie mal, wer das ordentlichere Heft hat. Der zweite Schüler hat eigentlich eine (für meine Begriffe) relativ saubere Heftführung. Wenn ich dem eine Siete rausreisen würde, dann müsste ich beim dem Rest der Klasse jedem Scüler 5 Seiten rausreisen! Die Quintessenz daraus ist: Jedes Elternpaar erwartet von einem Lehrer heutzutage etwas anderes und das macht Unterrichten sehr schwierig. Disskusionen sind fast an der Tagesordnung und die einen Eltern wollen genau das Gegenteil, von dem beigebracht haben wie die einen! Puh!
Eigentlich haben wir doch alle das gleiche Ziel: Wir wollen die Kinder zu verantwortungsbewußten und selbstbewußten Menschen erziehen. Das geht aber nur, wenn alle zusammenhelfen: Eltern, Lehrer und auch Kinder. Dazu ist ein Vertrauensverhältnis notwendig und ein Einsehen, dass es alle gut miteinander meinen. Ich würde mir wünschen, dass die Eltern uns Lehrer nicht als Feindbilder haben, sondern uns als Partner in in der Erziehung sehen. Nur dann kann Erziehung in der schule gelingen
Lehrer Opfer ?
von sonne (Eltern), 29. Jan 00:23
Auch wenn es die Lehrer "schwierig" haben, gibt es ihnen lange nicht das Recht, ihre Launen an den Schülern auszulassen - meine Kinder erzählen mir fast täglich über Beleidigungen und Heruntermache von Lehrern gegenüber Schülern. Die Lehrer vergessen manchmal, dass sie die Erwachsenen sind und Vorbild sein sollten und Schüler immernoch Kinder sind.
Auch Lehrern tut deutsche Schule nicht gut
von Minerva (Eltern), 15. Mai 08:02
Hallo, TheWall,
ích stimme Ihnen zu, fände eine Bestreikung auch nicht schlecht. Es kommt aber noch etwas hinzu: Das Schulsystem in D ist auch für Lehrer nicht gut. Die Arbeitsbedingungen werden ja vielfach beklagt, und es gibt unzählige verzweifelte, hilflose und ausgebrannte Lehrerinnen. Vor allem bekommen diejenigen, die ihren Beruf als Berufung ernst nehmen, viele Steine in den Weg gelegt.
Weiterentwicklung kann nicht der Weg sein
von TheWall (Eltern), 23. Apr 23:33
Ich hoffe doch zutiefst, dass sich diese Schulsystem bloß nicht in die Richtung weiterentwickelt, wie in den letzten 5 Jahren. Zumal sich die Frage stellt, zu wessen Vorteil sich dieses System weiterentwickelt. Nutznießer sind bisher zumindest NICHT die Kinder, NICHT die Eltern, NICHT die Gesellschaft. Wer bleibt da bloss noch übrig?
Das gesamte Schulsystem, vom Lehrkörper über Schulleitung und Schulamt bis hin zu den Bezirktsregierungen und Ministerien haben zwischenzeitlich eine Macht und einen Status erreicht, was beides einfach nicht mehr zu ertragen ist. Und daran werden sie festhalten. Eine Krähe hackt der anderen doch kein Auge aus. Soweit zumindest meine Erfahrungswerte.
Katja Flint (bekannte Schauspielerin) hat in einer Fernsehdiskussion gesagt (kein Zitat): Wenn ein großer Teil der Eltern ihre Kinder für einige Wochen oder Monate nicht mehr in die Schule schicken würden, käme das Schulsystem in einen derartigen Zugzwang, der wahrscheinlich deutliche Veränderungen hervorbringen könnte. Interessanter Gedanke, aber wer bringt schon soviele mutige Eltern unter einen Hut!
Lehrerplattform zum Austausch im Kollegium
von scotty-energie (Eltern), 13. Apr 11:23
Lehrer sollten diese demokratische Plattform "SchulRadar" zur Diskussionen und zur Weiterentwicklung ihrer Schule nutzen. Leider sehen noch viele Lehrer dieses Instrument als Feind und nicht als Chance für eine positive Weiterentwicklung von Schule und Bildung an.

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