Eine Situation aus der Grundschule (vor 10 Jahren):
Damals hatte das Thema Legasthenie noch nicht den hohen Stellenwert wie heute, aber es gab in der 2. Klasse meines Kindes auch schon Mitschüler, die mit der deutschen Rechtschreibung nicht zurecht kamen. Die Klassenlehrerin war eine ältere (58) und sehr erfahrene Lehrerin, sie unterrichtete auch im Fach Deutsch. Sie bat die Eltern um Mithilfe, denn sie wollte sich intensiv um die langsameren Kinder kümmern, damit keines auf der Strecke bleibt. Sie bat uns, ihr und den Kindern Zeit zu geben, weil sie vielleicht in den einzelnen Schuljahren nicht immer den Lehrplan ganz erfüllen könne, dass aber am Ende des vierten Schuljahres das Ziel erreicht werden wird. Nicht ALLE Eltern haben ihr vertraut, es gab auch einige wenige, denen es nicht schnell genug ging, weil sie befürchteten, dass ihre Kinder vielleicht keine gute Empfehlung für die weiterführende Schule (bevorzugt Gymnasium) bekämen, aber die Lehrerin blieb immer souverän und konnte diese Eltern beruhigen, allein durch ihre souveräne und warmherzige Art. Die langsameren Lerner bekamen von ihr während des Unterrichts intensive Betreuung, die schnelleren bekamen Extra-Futter und die Kinder fühlten sich bei ihr angenommen und verstanden. Diese Lehrerin wusste, was sie tat und der Erfolg gab ihr schließlich Recht.
Auch der Schulleiter war ein älterer und erfahrener Pädagoge, er hat die Entscheidungen der Lehrerin stets unterstützt und mitgetragen.
Die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren als Mutter eines Gymnasiasten gemacht habe, waren das genaue Gegenteil – keine Zeit für „langsame“ Kinder. Lehrer kennen ihre Schüler gar nicht wirklich, es ist schon viel, wenn sie sich die Namen merken können. Auch Bewertungen z.B. des Sozialverhaltens usw. können nur aus einer oberflächlichen Ansicht heraus erfolgen. „Problemschüler“ werden abgegeben, es wird lieber in außerschulische Förderprogramme investiert und Schulpsychologen haben inzwischen viele Aufgaben der Lehrer übernommen, was die „Erziehung“ angeht.
Meiner Ansicht nach fehlt es vielen Lehrern an Selbstbewusstsein, sie sind schnell überfordert, wenn ein Kind nicht so funktioniert, dass es sich „normgerecht“ einfügt und das betrifft nicht nur lernschwache Kinder, sondern auch diejenigen, die als verhaltensgestört abgestempelt werden. Alle stehen unter einem immensen Zeit- und Leistungsdruck und man muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass das keine guten Rahmenbedingungen sind, weder für das Lernen noch für eine angstfreie Persönlichkeitsentwicklung – und hier meine ich tatsächlich auch BEIDE Seiten – Schüler wie Lehrer.
Vielleicht sollten sich auch junge Lehrer mal überlegen, wie sie von den Erfahrungen der älteren Kollegen profitieren können. Die Älteren sollten sich bewusst werden, dass gerade ihre Lebenserfahrung den jüngeren Lehrern helfen könnte und dass evtl. nur ein Angebot gemacht werden muss, indem sie signalisieren: Ich gebe gerne mein Wissen und meine Erfahrungen weiter – denn zusammen sind wir stark! Starke Lehrer - starke Schüler!
Das Ziel dieser Studie (Artikel im Schulradar-Magazin)mag ja ein sinnvolles sein, aber wozu brauchen wir eigentlich eine neue Studie?
Die Entwicklung eines Kindes zu beobachten, ist doch in erster Linie Aufgabe der Eltern und Lehrer.
Das größte Hindernis ist meiner Meinung nach die Zeit. Lehrern lässt man keine Zeit, ihre Schüler wirklich kennen zu lernen, der Schulalltag konzentriert sich nicht mehr auf das Wesentliche - die Menschen. Bei dauerndem Lehrerwechsel und dem Leistungsdruck, dem beide Seiten ausgesetzt sind, können keine gesunden Schüler-Lehrer-Beziehungen aufgebaut werden. Wenn dann noch Lehrer ins Rennen geschickt werden, die rein methodisch arbeiten und auf der zwischenmenschlichen Ebene keinen Zugang zu den Kindern bekommen, sind die Probleme schon vorprogrammiert und die Leidtragenden sind nicht nur die Kinder.
Die Lösung liegt oft in der Einfachheit: Schüler und Lehrer brauchen mehr Zeit!
Schulsuche
Merkliste
Um Ihre Merkliste zu sehen, müssen Sie sich einloggen.
Übungsaufgaben für Nachhilfe und Förderung
Motivierende Materialien für die Förderung Ihres Kindes in den Fächer Mathe, Deutsch und Englisch. Alle Materialien wurden von Lehrern verfasst und haben sich in der Praxis bewährt.
www.foerdermaterialien.de
Damals hatte das Thema Legasthenie noch nicht den hohen Stellenwert wie heute, aber es gab in der 2. Klasse meines Kindes auch schon Mitschüler, die mit der deutschen Rechtschreibung nicht zurecht kamen. Die Klassenlehrerin war eine ältere (58) und sehr erfahrene Lehrerin, sie unterrichtete auch im Fach Deutsch. Sie bat die Eltern um Mithilfe, denn sie wollte sich intensiv um die langsameren Kinder kümmern, damit keines auf der Strecke bleibt. Sie bat uns, ihr und den Kindern Zeit zu geben, weil sie vielleicht in den einzelnen Schuljahren nicht immer den Lehrplan ganz erfüllen könne, dass aber am Ende des vierten Schuljahres das Ziel erreicht werden wird. Nicht ALLE Eltern haben ihr vertraut, es gab auch einige wenige, denen es nicht schnell genug ging, weil sie befürchteten, dass ihre Kinder vielleicht keine gute Empfehlung für die weiterführende Schule (bevorzugt Gymnasium) bekämen, aber die Lehrerin blieb immer souverän und konnte diese Eltern beruhigen, allein durch ihre souveräne und warmherzige Art. Die langsameren Lerner bekamen von ihr während des Unterrichts intensive Betreuung, die schnelleren bekamen Extra-Futter und die Kinder fühlten sich bei ihr angenommen und verstanden. Diese Lehrerin wusste, was sie tat und der Erfolg gab ihr schließlich Recht.
Auch der Schulleiter war ein älterer und erfahrener Pädagoge, er hat die Entscheidungen der Lehrerin stets unterstützt und mitgetragen.
Die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren als Mutter eines Gymnasiasten gemacht habe, waren das genaue Gegenteil – keine Zeit für „langsame“ Kinder. Lehrer kennen ihre Schüler gar nicht wirklich, es ist schon viel, wenn sie sich die Namen merken können. Auch Bewertungen z.B. des Sozialverhaltens usw. können nur aus einer oberflächlichen Ansicht heraus erfolgen. „Problemschüler“ werden abgegeben, es wird lieber in außerschulische Förderprogramme investiert und Schulpsychologen haben inzwischen viele Aufgaben der Lehrer übernommen, was die „Erziehung“ angeht.
Meiner Ansicht nach fehlt es vielen Lehrern an Selbstbewusstsein, sie sind schnell überfordert, wenn ein Kind nicht so funktioniert, dass es sich „normgerecht“ einfügt und das betrifft nicht nur lernschwache Kinder, sondern auch diejenigen, die als verhaltensgestört abgestempelt werden. Alle stehen unter einem immensen Zeit- und Leistungsdruck und man muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass das keine guten Rahmenbedingungen sind, weder für das Lernen noch für eine angstfreie Persönlichkeitsentwicklung – und hier meine ich tatsächlich auch BEIDE Seiten – Schüler wie Lehrer.
Vielleicht sollten sich auch junge Lehrer mal überlegen, wie sie von den Erfahrungen der älteren Kollegen profitieren können. Die Älteren sollten sich bewusst werden, dass gerade ihre Lebenserfahrung den jüngeren Lehrern helfen könnte und dass evtl. nur ein Angebot gemacht werden muss, indem sie signalisieren: Ich gebe gerne mein Wissen und meine Erfahrungen weiter – denn zusammen sind wir stark! Starke Lehrer - starke Schüler!