Hamburg wird zur Lachnummer - Senatorin bringt Eltern auf

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@ Hannah
von Nie-Auslernerin (Eltern), 01. Mär 16:45
Es ehrt Sie, dass Sie das glauben! Aber vielleicht nur bei anderer Leute Kinder, oder? ;-)
Vehement wird diese Auffassung, dass nicht das Abi alleine Wert auch in den Schulen vertreten. Vornehmlich in Real- und Hauptschulen, wenn absehbar ist, dass reichlich Kinder es nicht schaffen, weiter zu kommen.
Womöglich sogar auf den Gymnasien gegenüber den Eltern, deren Kinder es nicht geschafft haben Abi zu machen.
Fest steht jedoch, dass heute für etliche Berufe Abi als Ausbildungsvoraussetzung gilt, die man vor 20 oder 25 Jahren noch mit einem ganz normalen Hauptschulabschluss beginnen konnte. Früher war ein Abitur vonnöten, wenn man studieren wollte. Daher auch die unterschiedlichen Lerninhalte - nicht für die Praxis gemacht, sondern für's Studium. Heute braucht man Abi für eine Laborantenausbildung, als Rechtsanwaltsgehilfin (ich weiß, die heißen heute anders...), Bürokaufmann und wie sie alle heißen. Vermutlich oft sogar schon als Arzthelferin. Da nutzt es wenig, dass immer wieder beruhigend eingeworfen wird, auch der Hauptschulabschluss und die Mittlere Reife habe ihre Daseinsberechtigung und man könne auch damit schöne Berufe erlernen. Welche denn? Maurer? Frisör? Bäcker? Alles schöne Berufe, aber leider nicht immer jedermanns Sache. Es ist nunmal eine Tatsache, dass sich Arbeitgeber immer die besten Pralinchen raus picken - und sofern noch welche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind, werden es die Abiturienten sein und eben nicht die mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife. Sofern man nicht Maurer, Anstreicher, Verkäuferin oder Friseuse werden will.
Sicher werden immer einige besonders herausragende Studienabsolventen sofort auf der Hochschule abgegriffen, aber wie viele sind das denn in Prozenten??? Sollen wegen 2-3 % der Studierendenschar die übrigen 97 % bluten und aufgeben? Für das gros des Marktes reichen die Standard-Stoffe absolut aus! Das Meiste des Erlernten findet in der Praxis oft gar keine Anwendung, weil die Arbeitsfelder später viel zu speziell sind. Da sind ohnehin zusätzliche Einarbeitungen und Studien vonnöten. Übrigens ist gar nicht immer gesagt, dass ein Überfliegen im Lernen auch ein Überfliegen in der Arbeitswelt wird. Wenn man da nämlich statt in Büchern zu stecken in Maschinen stecken muss oder auf Baustellen verkehren muss und vor allem: plötzlich mit Menschen statt mit Büchern umgehen und korrespondieren muss, dann zeigt sich u. U., dass das manchem Überflieger leider nicht liegt.
Sie schreiben, dass man das finnische Abi nicht mit einem deutschen vergleichen könne, weil man dort keinen Wert auf Elitebildung legt. Sprich: unseres ist hochwertiger. Nun gut - aber wenn die Finnen bei Pisa sogar DANN noch besser abschneiden, woran liegt das? Sind nur solche Allerweltsfragen in den Tests, mit denen unsere Elite-Gymnasiasten nichts anfangen können, weil sie so profanen Kram gar nicht mehr lernen? Oder können Elite-Schüler keine Gebrauchsanleitungen verstehen? Offensichtlich scheint das ja ein wichtiger Bestandteil der Pisa-Tests gewesen zu sein, da Sie es explizit aufführen (Ich kenne zugegebener Maßen die genauen Inhalte nicht).
Fest steht für mich, dass an allen Schulformen viel getan und gefördert werden müsste! Aber für mich steht genauso fest, dass man nicht immer an allem Althergebrachten unverrückbar festhalten muss, nur weil es "schon immer" so war. Man kann sich auch mal ganz unvoreingenommen zumindest im näheren Ausland umsehen und auch orientieren, wenn es dort gut oder sogar besser läuft. So wahnsinnig viel anders als unsere Nachbarn sind wir doch nicht, dass ausgerechnet wir alleine ein anderes Lernen benötigen, oder? Dabei will doch niemand das Gymnasium abschaffen - nur die Selektion soll etwas verschoben werden, damit ALLE Kinder eine faire Chance erhalten. Die Überflieger können ja gerne in dieser Phase oder auch später eine Klasse überspringen und wären dann auch wieder nach 12 Jahren fertig für's Studium. Es will denen doch keiner was wegnehmen, sondern man will die Chancengleichheit erhöhen für ALLE. Ein wenig soziales Gewissen darf man doch auch von Überfliegern erwarten, oder nicht?
Grüße

Nie-Auslernerin
Europa
von Hannah (Eltern), 01. Mär 03:58
Grüße Sie,

das Ganze hat schon noch etwas mit dem Hamburger Model zu tun, denn ich fürchte, dass es im wahrsten Sinne des Wortes in der ganzen Nation Schule machen wird. Gleichmacherei auf niedrigstem Niveau.
Dass die anderen europäischen Länder alles falsch machen, sagte ich ja nicht, doch wer will entscheiden ob wirklich alles besser ist? Bitte zaubern Sie nun nicht die Pisa Ergebnisse als Beweis hinterm Ofen hervor. Weder ist das Verstehen von Gebrauchsanweisungen für mich ein Nachweis für Lesekompetenz, noch halte ich es für besonders sinnvoll Wissen im Fach Mathematik lediglich mittels multible choice Verfahren abzufragen.
Finnland beispielsweise ist an Elitebildung nicht interessiert, hier ist man bestrebt allen Jugendlichen eine möglichst gute mittlere Bildung zu vermitteln, aus diesem Grund lässt sich auch ein finnisches Abitur, im Moment jedenfalls, nicht mit einer deutschen Hochschulreife vergleichen. In Großbritanien und Frankreich käme niemand aus der Mittelschicht auf die Idee seine Kinder an einer staatlichen Schule anzumelden, so wird hier bereits im Vorfeld selektiert.......

„ Die Überflieger können dann glücklich sein, dass sie in Zukunft schon mit 16 studieren können und bereits mit 19 nach erfolgreichem Studium arbeitslos werden oder ins Ausland gehen."

Überflieger bleiben seltenst arbeitslos, Firmen greifen sie in der Regel direkt von den Hochschulen ab. Warum sollte ein junger Mensch sein Glück nicht im Ausland versuchen? Die von Ihnen erwähnten Überflieger sprechen ja in der Regel 2-3 Fremdsprachen oder haben bereits einige Jahre bilingualen Unterricht hinter sich.;-)

Ja natürlich, Kinder sind zwischen dem 9. Und 10. Lebensjahr in einer besonders schwierigen Entwicklungsphase....und zwischen dem 12. Und 13. Lebensjahr beginnt die besonders schwierige Phase der Pubertät, mit 14 oder 15 die schwierige Phase des ersten Liebeskummers, mit 16 und 17 dann die schwierige Phase der Selbstfindung......es wird sich immer irgendeine Entschuldigung für Leistungsdefizite finden lassen.
Real-und Hauptschulen müssen besonders gefördert und reformiert werden, damit auch hier die Abschlüsse wieder einen hohen Wert haben. Ich glaube, man kann auch ohne Abitur glücklich und in seinem Beruf erfolgreich sein.

Gruß


Hannah
Ja, ja....
von Nie-Auslernerin (Eltern), 20. Feb 14:41
...und alle anderen Länder machen es falsch - nur Deutschland macht es richtig mit seinen 4 Grundschuljahren.
Sie scheinen generell Notengebungen anzuzweifeln. Dieses Mal sind es die Vornoten der Gesamtschulen - beim letzten Beitrag waren es die Gymnasialnoten die geschönt werden, um den Klassenspiegel zu ebnen.
Ich verstehe, dass er ärgerlich für Sie ist, dass Ihrer Meinung nach intellektuell inkompetente Schüler Abitur machen können und das sogar noch mittels vollkommen gleicher Prüfungen des Zentralabiturs. Sie machen das Abi der Elite der Gymnasien streitig. Das ist nun einmal Gottlob inzwischen so.
Auch, wenn Sie es als Ausrede für etwas abweichende Durchschnittsnoten bei den Abi-Prüfungen der beiden Schulformen abtun werden: Auf der Gesamtschule machen z. T. Kinder Abitur, die auf dem Gymnasium - so wie es heute ab Klasse 5 geführt wird - keinerlei Chance gehabt hätten!
Es ist ja ok, wenn es in Gymnasien sog. Überflieger-Klassen gibt, in denen die absoluten Durchstarter ihren Fähigkeiten entsprechend geschult werden können und schon nach 12 oder meinetwegen auch schon nach 10 Jahren Abi machen. Aber man kann doch nicht alle Kinder an diesen paar Prozent der Schülerschaft messen! Und es ist nicht normal, wenn Kinder den ganzen Tag mit nichts anderem als Lernen, Lesen und Pauken beschäftigt sind.
Die Überflieger können dann glücklich sein, dass sie in Zukunft schon mit 16 studieren können und bereits mit 19 nach erfolgreichem Studium arbeitslos werden oder ins Ausland gehen.
Wenn man sich mal ansieht, wie viele Schüler jedes Jahr vom Gymnasium in die Realschulen wechseln, dann darf man doch wohl ernsthaft an den Empfehlungen der Grundschulen zweifeln - das hat mit orakeln wenig zu tun. Gerade im Alter von 9 oder 10 Jahren stecken alle Sprösslinge in einer schwierigen Entwicklungsphase und gerade in diesem Alter fällt es unglaublich schwer richtig einzuschätzen, wie sie sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln werden. Nach der 6. Klasse kristallisiert sich immer besser heraus, wo es auf Dauer lang gehen könnte. Sie werden doch nicht ernsthaft die langjährigen Erfahrungen der anderen europäischen Länder alle als geschönt abtun und deren Korrektheit infrage stellen? Ist da nicht vielleicht doch der Gedanke "Das ist schon immer hier in Deutschland so gewesen und überhaupt kann ein intellektuell kompetentes und arbeitswilliges Kind (wie Ihres sicherlich) nicht früh genug auf's Gymnasium kommen!" im Vordergrund?
Einerseits werfen Sie sozusagen anderen Eltern vor, dass sie ihre Kinder um jeden Preis auf dem Gym anmelden wollen, auch wenn diese dazu intellektuell nicht in der Lage seien - aus deren Sorge heraus, dass sie beruflich sonst keine guten Chancen haben würden.
Andererseits schüren gerade Menschen wie Sie dieses Verhalten, indem Sie vermitteln: Nur die Gymnasiasten sind die richtigen Abiturienten! Die anderen fuschen, vertuschen, beschönigen und können einem richtigen Abiturienten nicht das Wasser reichen!
Und aus einer Abweichung der Durchschnitts-Prüfungsnoten von 0,3 wird ein Beweis für die Unzulänglichkeit des Gesamtschul-Abis.
Ich finde das mehr als traurig!
Aber wir kommen immer mehr von der eigentlichen Frage ab - denn mit den Hamburger Verhältnissen hat es wahrscheinlich nicht mehr viel zu tun.
Grüße

Nie-Auslernerin
Abi
von Hannah (Eltern), 18. Feb 13:51
Hallo,

„aber wie sollte ich denn diese Zeilen bitte deuten?"

Zitat: natürlich wird als nächstes das Zentralabi auf möglichst niedrigem Niveau eingeführt. So geschehen in Hessen, um sicherzustellen, dass auch die integrierten Gesamtschüler ihre Hochschulreife feiern dürfen. Die Abiprüfungen beispielsweise in Mathematik haben dann auch bei den Gymnasiasten zum Teil wahre Lachsalven ausgelöst. (Ende Zitat)

Diese Zeilen hätten Sie gar nicht deuten müssen, ich denke nicht, dass ich mich hier ausgesprochen subtil ausgedrückt habe und somit großen Spielraum für Interpretationen ließ.

Aus welchem Grund wird seit einiger Zeit eigentlich immer wieder unterstellt, dass lediglich Kinder aus finanziell starken Familien zu einer Hochschulreife gelangen können, weil deren Eltern über das nötige Kleingeld verfügen um Nachhilfeunterricht im großen Stil zu finanzieren? Es wird Sie möglicherweise irritieren, dennoch gibt es eine ausreichende Anzahl junger Menschen, die sich ganz ohne diese Nachhilfe wunderbar an einem Gymnasium zurechtfinden. Mag möglicherweise sowohl an deren intellektuellen Kapazitäten, als auch an ihrer Arbeitshaltung liegen.

Ja doch, Ihre erwähnten Vergleichsstatistiken zum Thema: Gesamtschulabi vers. Gymnasialabi sind bekannt, genauso wie betriebene Notenkosmetik an Gesamtschulen, wie die Tatsache, dass einzubringende Vornoten an GS teilweise eklatant abwichen von den Prüfungsergebnissen, dass Gymnasiasten häufig 3 bis 4 Fremdsprachen im Vorfeld lernten, dass sich für sie auf Grund der Schülerkonstellationen eine andere Form des Leistungsdrucks darstellte, dass die Gymnasialzeit verkürzt wurde.....


Grundschullehrer, die im günstigsten Fall 4 Jahre lang die Möglichkeit hatten ein Kind und seine Leistungsfähigkeit täglich zu beobachten, sind meiner Meinung nach sehr wohl in der Lage beurteilen zu können, ob dieses Kind im Moment des anstehenden Schulwechsels auf eine weiterführende Schule, in der Lage ist dem Druck an einem Gymnasium standzuhalten.
Ob dieser Spross sich dann im Laufe seiner Pubertät dahingehend verändert, dass er nicht mehr dazu in der Lage ist, muss ein Grundschulpädagoge nicht beurteilen. Orakeln gehört wohl nicht in seine Arbeitsplatzbeschreibung.

Für die sogenannten Spätzünder bietet die derzeitige Schullandschaft absolut ausreichende Möglichkeiten dennoch ein Abitur oder ein Studium zu absolvieren : gymnasiale Oberstufe oder Fachoberschule nach einem qualifizierten Realschulabschluss und auch der Meisterbrief berechtigt an vielen Universitäten zum Studium.

Gruß


Hannah
Ach so....
von Nie-Auslernerin (Eltern), 17. Feb 22:36
Entschuldigen Sie bitte meinen etwas herzhaften Tonfall in meinen letzten Beiträgen, aber wie sollte ich denn diese Zeilen bitte deuten?

Zitat: natürlich wird als nächstes das Zentralabi auf möglichst niedrigem Nivaeu eingeführt. So geschehen in Hessen, um sicherzustellen, dass auch die integrierten Gesamtschüler ihre Hochschulreife feiern dürfen. Die Abiprüfungen beispielsweise in Mathematik haben dann auch bei den Gymnasiasten zum Teil wahre Lachsalven ausgelöst. (Ende Zitat)

Es mag schon sein, dass Sie es als Sozialromantik interpretieren, wenn man gerne nicht nur die Kinder mit Abitur in der Tasche sehen möchte, deren Eltern Geld genug hatten, sie mittels zahlreicher Nachhilfelehrer dahin gearbeitet haben. Oder deren Eltern genügend eigene Schulbildung genossen haben, um selbst die Nachhilfe zu übernehmen.
Es gibt genügend Kinder, die mit 9 oder 10 Jahren noch nicht den Dreh gefunden haben und sich noch festigen müssen. Die haben 2 Jahre später oft überhaupt kein Problem mehr damit, die geforderten Leistungen zu erbringen. Indem man ihnen aber diese Möglichkeiten so früh nimmt, werden sie nunmal benachteiligt.
Ich kann auch nicht ganz einsehen, warum unter einer längeren gemeinsamen Grundschulzeit (die natürlich nicht so aussehen darf, wie die momentane Grundschule, denn sonst langweilen sich 70 % der Kinder nur noch) die "leistungsstärkeren" Kinder leiden sollen?
Wundert es Sie, dass nahezu jeder sein Kind Abi machen lassen will - und zwar auf dem Gymnasium? Heute braucht man ja für die meisten Ausbildungen Abi, die man vor 25 Jahren mit Hauptschulabschluss machen konnte, weil die Herrschaften aus den Personalabteilungen auch gerne die Creme de la Creme abschöpfen möchten. Und natürlich vorzugsweise vom Gymnasium. Schließlich gibt es ja immer noch genügend Elitedenker, die das Gesamtschulabi prinzipiell als minderwertig brandmarken. Vielleicht schauen Sie sich mal die Statistiken zu den letzten Abi-Prüfungen an, wo die Gesamtschulen mit den Gymnasien verglichen werden. Die Abweichungen betragen manchmal gerade mal 0,2-0,3 Noten. Und das bei einer Schüler-Klientel, die ganz anders als auf einem Gymnasium ist, da hier ja auch sehr viele Schüler von der Realschule oder der Hauptschule in die Oberstufe eintreten.
Und wenn die Gymnasiasten von Lachsalven bei den Mathe-Prüfungen geschüttelt wurden, dann haben die ja sicherlich alle mit einer glatten 1 abgeschnitten ;-)

Mit dem "steten Privatschul-Hinweis" waren auch nicht Sie gemeint, sondern eine Tendenz, die hier immer mehr um sich greift: Öffentliche Schulen sind alle nichts Gescheites und die Pädagogen taugen auch nichts - am besten sucht ihr euch eine schöne, preiswerte Privatschule!

Übrigens spricht schon Ihr folgender Satz Bände und lässt einen wirklich kopfschüttelnd zurück: "Kinder ohne gymnasiale Empfehlung besuchen Gesamtschulen, sollen aber alle auf jeden Fall auch das Abitur bekommen............"
Was soll uns dieser Satz nun sagen? Welch Frevel??? Welche Anmaßung eine Abitur erreichen zu wollen, wenn man noch nicht mal eine Gymnasialempfehlung mit 9 Jahren bekommen hat? Das kann doch wohl jeder Grundschullehrer locker einschätzen, wer das schafft und wer einfach zu leistungsschwach bleiben wird die kommenden 8-9 Schuljahre und NIEMALS ein Abitur schaffen wird!
Und wieviele bekommen die Gymnasialempfehlung und müssen das Feld wieder räumen? Menschen ändern sich im Laufe ihres Lebens und Kinder erst recht! Für jeden, der das Gym trotz Empfehlung nicht geschafft hat einen Gegenpart, der keine Empfehlung bekommen hat und es trotzdem geschafft hätte. Eine nette Rechnung, die man da aufstellen könnte, wenn man denn ernsthaft wollte. Die einen hatten ihre Chance und haben sie nicht genutzt (oder nicht nutzen können), die anderen bekamen sie erst gar nicht. Und ich behaupte jetzt einfach so, dass man das wesentlich besser beurteilen kann, wenn ein Kind 11 oder 12 Jahre alt ist! Wenn Sie das als Sozialromantik bezeichnen, dann bin ich eben romantisch - es gibt Schlimmeres.
...was nichts damit zu tun hat, dass ich bzgl. der fehlenden Gelder im Bildungswesen, zu wenige und schlecht ausgebildete Lehrer vollkommen mit Ihnen übereinstimme!
Grüße

Nie-Auslernerin
Pius Bruderschaft?
von Hannah (Eltern), 16. Feb 15:42
Grüße Sie,

Der stete Hinweis auf Privatschulen äußerte sich in meinen Beiträgen durch einmaliges Erwähnen und das ohne jegliche Wertung.

Sind Sie ein eiserner Verfechter des gemeinsamen Lernens, so sei Ihnen das ungenommen. Es steht Ihnen in Deutschland ja völlig frei Ihr Kind an einer Gesamtschule anzumelden, doch seien Sie doch bitte so tolerant und lassen Sie Eltern mit einer konträren Einstellung die Möglichkeit ihre Kinder anders beschulen zu lassen.
Auch die sozialromantische Vorstellung alle Kinder könnten die gleichen Chancen in Bezug auf schulische Bildung bekommen sei Ihnen ungenommen. Realität ist jedoch, dass nicht alle Kinder gleich sind, auch diese Tatsache wird von mir nicht gewertet. Talente und Begabungen sind vielschichtig und auch unterschiedlich ausgeprägt. Wenn Sie in dem Zusammenhang den Begriff Luschen verwenden möchten, nur zu.
Wann hat wer die Gesamtschulen dafür verantwortlich gemacht, dass die Qualität des Abiturs immer weiter nachlässt? Hatten das denn die Gesamtschulen zu entscheiden oder vielleicht doch der Gesetzgeber?

Welche Kinder profitieren Ihrer Meinung nach denn von einem längeren gemeinsamen Lernen? Nicht nur meine unwesentliche Antwort auf diese Frage lautet: Die leistungsschwächeren Kinder. Mit welchem Recht werden seit einiger Zeit leistungsstärkere Kinder als Nachhilfelehrer vor den Karren gespannt, anstatt einmal mehr Gelder in pädagogisches, hochqualifiziertes Personal zu investieren?


Fakt ist, das deutsche Bildungssystem verkommt zur Mittelmäßigkeit, dank PISA und BOLOGNA.
Der Hauptschüler wird nicht mehr gemäß seiner Begabungen gefördert, weil die Hauptschule zu einer Restschule wurde, qualifizierte Facharbeiter fehlen. Die Gymnasien platzen aus allen Nähten, weil jede Mutti und jeder Vati seinen Spross, koste es was es wolle, dort sehen möchte. Lehrer an Gymnasien sind mit dieser Situation hoffnungslos überfordert, weil sie die Order von oben erhalten: No child left behind! Sogar Klassenspiegel werden von oben vorgegeben, man möchte keine Ausreißer, weder nach oben, noch nach unten. Aus einem 5er Kandidaten wird auf Grund seiner angeblich „exorbitanten mündlichen Leistungen" ein 4er Schüler und aus dem 1er Kandidaten ein 2er Schüler, wegen seiner angeblich mangelnden mündlichen Leistung. Und schon haben wir einen wunderbaren Schnitt so um die 2,5- 3,0.
Kinder ohne gymnasiale Empfehlung besuchen Gesamtschulen, sollen aber alle auf jeden Fall auch das Abitur bekommen...............

Dass ich auf die Pius Bruderschaft und das elitäre Gehabe von Gymnasialeltern nicht eingehe, haben Sie wohl auch nicht erwartet.

Gruß

Hannah
vergessen...
von Nie-Auslernerin (Eltern), 16. Feb 12:54
Ach ja.... der stete Hinweis auf die noch edleren Privatschulen macht diese auch nicht besser als sie sind. Am besten sind wahrscheinlich die der Pius-Bruderschaft, wie? Da wird noch nach alten Werten unterrichtet - wie vor 100 Jahren. Da wussten die Schüler wenigstens noch Bescheid, nicht wahr?
Ich weiß: Früher war sowieso alles besser!!!


Nicht unbedingt schlecht
von Nie-Auslernerin (Eltern), 16. Feb 12:51
Ich kenne die Definition der Hamburger Primarschule nicht, aber wenn die Deutung von Hannah richtig ist und es sich um gemeinsamen Unterricht bis zur 6. Klasse handelt, dann bin ich jedenfalls ein vehementer Verfechter dessen!
Mit 9 oder 10 Jahren sind die allermeisten Kinder einfach noch viel zu jung um den letztendlichen Schulweg zu bestimmen. Wir stehen mit unserer Grundschulzeit so ziemlich alleine da im Ländervergleich. Das wird schon seine Gründe haben - und die liegen garantiert nicht darin, dass man das Abi in den anderen Ländern auch für Luschen möglich machen will.
Vielmehr sollte das Zeil sein, allen Kindern gleiche Chancen zu bieten. Das wird immer mehr erschwert, denn durchlässig ist unser 3gliedriges Schulsystem nach der Einführung von G8 in keiner Weise mehr! Das ist ja auch u. a. ein Grund, die Abiqualität zu senken - ich halte es für unfair, den Gesamtschulen dafür den Schwarzen Peter alleine zuzuschieben. Auch wenn viele Gymnasial-Eltern sich und ihre Kinder stets für etwas Besseres halten mögen ;-)
Meine generelle Befürwortung einer Umstellung der Grundschulzeit hat jedoch nichts mit ihrer praktischen Umsetzung zu tun. Wie professionell bzw. dilettantisch das vonstatten geht, steht mir nicht an zu beurteilen. Ich habe keinerlei Einblick in die aktuellen Hamburger Verhältnisse und kann sie deshalb auch nicht bewerten.
Grüße

Nie-Auslernerin
PISA
von Hannah (Eltern), 15. Feb 14:00
Was ist dazu zu sagen? Sollten Sie in Hamburg ansässig sein, halten Sie Ausschau nach einer renommierten Privatschule oder wechseln Sie das Bundesland.

Da ich keine Hamburgerin bin, sei mir eine Frage gestattet. Wurde nicht erst kürzlich G8 in Hamburg eingeführt? Nun wird die Primarschule, in der alle Kinder bis einschließlich Jahrgangsstufe 6 gemeinsam unterrichtet werden sollen, als neue Sau durch Hamburg getrieben, was hätten wir denn dann? G6? Das sind ja die besten Voraussetzungen um das Abitur zu erlangen. O.K. , natürlich wird als nächstes das Zentralabi auf möglichst niedrigem Nivaeu eingeführt. So geschehen in Hessen, um sicherzustellen, dass auch die integrierten Gesamtschüler ihre Hochschulreife feiern dürfen. Die Abiprüfungen beispielsweise in Mathematik haben dann auch bei den Gymnasiasten zum Teil wahre Lachsalven ausgelöst.
Suksessive arbeitet sich Deutschland an PISA heran oder sollten wir sagen zu PISA hinunter?

M.f.g.

Hannah
Hamburg wird zur Lachnummer - Senatorin bringt Eltern auf
von ElLobito (Eltern), 14. Feb 17:54
Hamburgs Schulsenatorin Goetsch (GAL) macht sich derzeit bundesweit zur Lachnummer. Die von ihr ohne Wählerwillen forcierte Einführung der Primarschule verläuft derart dilettantisch, dass jetzt selbst Mütter aus gutbürgerlichen Vierteln Sturm laufen und zu zivilem Ungehorsam aufrufen. Besonders in die Kritik kommt auch CDU-Bürgermeister von Beust, der die Chaosreform deckt. Schon ist die Rede von einer neuen Parteigründung, die den schwarzgrünen Senat die Mehrheit kosten könnte. Und nun kommst Du - was ist zu sagen zur Primarschuldiskussion in Hamburg?

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