Bildung:
NRW will die Sitzenbleiber-Quote halbieren!!
Düsseldorf. Die Zahl der Sitzenbleiber in Nordrhein-Westfalen soll in den nächsten fünf Jahren halbiert werden. Das sieht eine Zielvereinbarung zwischen der Landesregierung und vier Lehrerverbänden vor.
Im vergangenen Schuljahr hätten rund 60 000 Schüler an allgemeinbildenden Schulen in NRW eine Klasse wiederholt, berichtete Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Die Sitzenbleiber-Quote von 2,8 Prozent müsse unbedingt gesenkt werden. 300 Schulen sollen schon vom kommenden Schuljahr an vor allem in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 eigene Konzepte dazu erproben. Das Land stellt 100 zusätzliche Stellen zur Verfügung.
Nordrhein-Westfalen sei das erste Bundesland, das eine solche Vereinbarung treffe, stellte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Andreas Meyer-Lauber, fest. Für eine konservative Landesregierung sei der Sitzenbleiber-Vorstoß ein ungewöhnlicher Paradigmenwechsel. Sommer nannte den Schulterschluss zwischen Schulministerium und Lehrerverbänden «einmalig». Mit im Boot sind auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der Philologenverband und der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen NRW.
Realschullehrer unterzeichneten nicht
Der Realschullehrerverband hält die Rahmenbedingungen für das Pilotprojekt hingegen für unzureichend und unterzeichnete die Vereinbarung nicht. 0,3 zusätzliche Lehrerstellen pro Modellschule seien einfach zu wenig, um das löbliche Ziel erreichen zu können, teilte der Landesvorsitzende des Verbands, Ulrich Brambach, mit. Auch die SPD-Opposition bemängelte, mit dem Projekt würden nur 15 Prozent der 2000 weiterführenden Schulen in NRW erreicht. «Wenn wir das Problem ernsthaft angehen wollen, muss mehr passieren», forderte die frühere Schulministerin Ute Schäfer.
Dem hielt der Vorsitzende des Philologenverbands NRW, Peter Silbernagel, entgegen: «Das ist ein Impuls, ein Anfang - das jetzt Vernünftige und Mögliche.» Sommer erklärte, eine materielle Ideal-Ausstattung der Modellschulen sei später nicht flächendeckend auf das Land zu übertragen.
Die Teilnahme an dem auf drei Jahre angelegten Projekt ist freiwillig. Interessierte Schulen sollten sich zügig bewerben. Ein Konzept wird nicht vorgegeben. Die Förderung erlaube in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 pro Klasse eine zusätzliche Lehrerwochenstunde, erläuterte Meyer-Lauber. Sie könne für gezielten Förderunterricht schwächerer Schüler oder die Beratung von Eltern und Kindern eingesetzt werden. Auch besondere Unterrichtsmaterialien und Unterstützung durch Lehramtsstudierende oder etwa Kirchengemeinden könnten zum Erfolg führen.
Alte Zöpfe abschneiden
«Nicht selten erweist sich das Sitzenbleiben als eine pädagogisch kaum weiterführende und dafür zu aufwendige Maßnahme», heißt es in der unterzeichneten Erklärung. Dies belegten auch Studien, ergänzte der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann. Er hoffe, mit der Sitzenbleiber-Initiative «einen alten Zopf der Pädagogik zumindest nach und nach zu kürzen und vielleicht irgendwann auch einmal abzuschneiden.»
Auch Meyer-Lauber betonte: «In den meisten Ländern um uns herum gibt es kein Sitzenbleiben mehr.» Die Vorsitzende des Vereins katholischer Lehrerinnen, Monika Straub, berichtete aus ihrer Berufspraxis: «Es ist schwer, Eltern zu vermitteln, dass ihr Kind in eine neue Umgebung muss und seine Freunde verliert.» Sommer stellte allerdings klar, NRW werde das Sitzenbleiben nicht abschaffen. Keinesfalls werde eine geringere Sitzenbleiber-Quote mit einem Absenken der Leistungsstandards erkauft. (dpa)
Das unser Selektives Schulsystem daneben ist, wissen viele Wissenschaftler schon lange. Interessanter Beitrag in der Monitorsendung
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=954&sid=180
Für alle Interessant. Vor allen für Lehrer und Politiker um von Ihrer bislang geführten Wissensbolemie mal runterzukommen.
Naja, was soll man dazu sagen, ich persöhnlich finde das das wieder so eine typische "Anti-Lehrer"-Antwort ist.
Bei mir war es meistens eher so das die die was lernen wollten dies taten und der rest halt nicht.
Aber findest es nicht bisschen weit hergeholt und schön geredet das ihr alle da sitzt und aufpasst aber dann hat man mal was nicht verstanden und wird man angeschnauzt.....
naja, ich weiß ja nicht wie deine klasse war... aber bei meiner ist es so, dass wir uns alle am unterricht beteiligen, und durchaus auch was lernen wollen, aber wenn man dann mal fragt, weil man was nicht verstanden hat, wird man gleich augeschnautzt. von wegen man habe nicht aufgepasst, und sei deshalb selber schuld...
Also ich finde aber das beide Parteien sich ändern müssen, die Schüler müsser aufhören den Lehrer als Feind zusehen, genauso wie der lehrer verstehen muss das die schüler den inhalt nicht aus spass nicht verstehen.
Ich denke beide müssen einen Weg finden mit dem sie zurecht kommen und das geht auch ohne schreien, nachsitzen oder lehrer nachäffen
Genau, es ist nämilch nicht die schule, sondern wie es in der schule abläuft. Das System...es muss ein neues system her, alles muss von grund auf verändert werden... die lehrer brauchen auch eine andere einstellung zum unterricht, nicht diese: "WIR VERDIENEN HIER NUR UNSER GELD, IST DOCH UNS EGAL OB DIE ALLES KAPIEREN!!!"... und wir können ja auch nicht alle auf privatschulen gehen, in denen die klassen kleiner sind, und somit mehr zeit für jeden einzelnen schüler bleibt... nein, es muss etwas geändert werden... denn es gibt keine öffentlichen schulen, dazu, dass wir alle auf privatschulen müssen...
Wenn wie nach der OECD-Studie mal wieder das deutsche Schulsystem in der Kritik steht, wird der Ruf laut nach einen Gemeinschaftsschule. Dies ist aber viel zu kleinschrittig gedacht. Eine gemeinsame Schulzeit für die Klassen 1-10 würde nichts bringen, als das Niveau allgemein zu senken.
Wir brauchen keine neuen Schulen in Deutschland, sondern eine neue Bildungspolitik. Nicht die Schulen sind schlecht, sondern der Bildung wird nicht genug Bedeutung zugemessen. Wir brauchen bessere Ausstattung und kleinere Klassen, und zwar an jeder Schule.
Wenn ich als Lehrer Klassengrößen von 25 - 30 vor mir habe, dann ist differenzierter Unterricht nicht mehr möglich. Neben den Korrekturen, die 95% meiner häuslichen Arbeit einnehmen, ist eine entsprechende Vorbereitung und pädagogische Aufarbeitung des normalen Unterrrichts nicht mehr zu leisten
Dies ist meiner Ansicht nach der Punkt, der geändert werden müsste.
Ein engagierter und teilweise auch langsam frustrierter Lehrer.
Das deutsche Schulsystem ist hoffnungslos veraltet und wird Kindern in keiner Weise gerecht.
Wenn man mal über den nationalen Tellerrand schaut, pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Wir brauchen eine gemeinsame Schule für alle Kinder von Klasse 1-10.
Nicht die Hauptschule gehört abgeschafft, sondern das Gymnasium!
muddi, du hast recht. meine beiden jungs sind von 5 - 10 auf eine gesamtschule gegangen und haben sehr davon profitiert, dass sie mit den kindern und jugendlichen aus dem stadtteil nach der "gesamtschule grundschule" zusammen geblieben sind. zwar hatten sie in 11 auf den gymnasialen oberstufen ein paar ´probleme mit zeichensetung und konditionalsätzen - aber dafür hatten sie lernen und präsentieren gelernt und soziale erfahrungen mit jungen menschen, die nicht so behütet aufgewachsen waren, gemacht, die ihnen noch heute in vielen sozialen situationen etwas bringen. und das mit den kommas haben sie dann auch gynz schnell gelernt.
Es gibt nicht die "richtige Schule" in unserem Schulsystem
Ich habe meine drei Kinder durch "ihre" drei verschiedenen Schulen Hauptschule, Realschule und Gymnasium begleitet. Obwohl wir die jeweilige Schulempfehlung befolgt haben, wurde keins der Kinder entsprechend richtig gefordert und gefördert. Entsprechende Noten in einzelnen Hauptfächern reichen offensichtlich für die Festlegung und Zementierung der "richtigen" Schule. Die individuelle Förderungungen einzelner Stärken und Schwächen blieben auf der Strecke. Nach unseren Erfahrungen kann ich sagen, dass alle meine Kinder auf jeder Schulform etwas hätten lernen können. Jede Schule bietet etwas, was es an der anderen Schule nicht gibt. Fazit: Wir brauchen eine Einheitsschule für alle vom 1. bis zum 9. Schuljahr mit dem Ziel einer Fachoberschulreife, wobei die handwerklichen und geistigen Fähigkeiten gleichberechtigt sind. Im Anschluss sollte es verschiedene Möglichkeiten zur schulischen Berufsausbildung incl. schulischer Allgemeinbildung bis zum Abitur FÜR ALLE geben. Eine Einheitsschule bietet gleiche Chancen. Die Kinder könnten sich gegenseitig helfen und alle voneinander lernen. Toleranz und das "Wir-Gefühl" hätte einen anderen Stellenwert.Die Gesellschaft sollte nicht getrennt sein. Fangen wir mit der Schule an.
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